Katzen wie Sand am Meer ....

veranlassten Sandra und mich, diesen Urlaub auch mal in Sachen
Samtpfoten unterwegs zu sein, obwohl  wir  damit  ja  so  unsere
liebe  Not  haben,  da  wir   schlichtweg   keine  Katzen  bei  uns
unterbringen  können,   da   Pro   Animal   Tenerife   sich   sonst
ausschließlich um herrenlose  Hunde  kümmert  -  aber  was  tun,
wenn   die   Mäuse   genau   eine   Straße   tiefer    mit   dickem
Katzenschnupfen  in  einem  Loch  in  der  Mauer  liegen,  Mama-
Katze schon ganz verzweifelt ist, weil  nebenan  nun  auch noch
gebaut wird und die Kleinen in ihrer Not in  den  abends  von den
Arbeitern aufgeschichteten Plastersteinhaufen umquartiert hat??
Keine Frage, vorrangig  erst  einmal  die  Mannschaft  einfangen,
tierärztlich versorgen lassen  und  Mama-Katze  dann umgehend
sterilisieren lassen.  Kein  leichtes  Unterfangen ... wie sich viele
Stunden  später  herausstellen  sollte.  Der  Kleinen  habhaft  zu
werden, war ja noch recht einfach, da sie  aufgrund ihres zarten
Alters  noch  recht  unbeweglich  waren  und  eher  kleinen  rob-
benden Hamstern glichen, als Katzenbabies. 

Jedoch wusste Mama-Katze genau,  dass  man  ihr  buchstäblich
an den Pelz wollte und so krochen wir  auf  dem  Asphalt  umher,
lugten unter dieses, dann wieder unter jenes  Auto,  verbrachten
Stunden mit Flüstern,  Zeichensprache  und  sonstigen  ominösen
Fluchtweghinweisen,  aber  Madame  war  schon  wieder über alle
Berge, und  zwar  so  schnell,  dass  wir  kaum  gucken  konnten.
Auch das Sedalin-Gel witterte  sie  in  dem  Futter,  was  wir  ihr
bereit gestellt hatten und so war an eine schön  müde  werdende
Mama-Katze gar nicht  erst  zu  denken.  Nach  einer  3stündigen
erfolglosen Einfangaktion, an der  sich  schlussendlich  auch noch
ein Hausmeister, 2 Arbeiter der Baustelle und  die  Inhaberin einer
Autovermietung nebst Kartons, Handtüchern  und  Besen  (unsere
vorsintflutlichen  Einfangutensilien)  beteiligten,   beschlossen wir,
vorrangig  erst  einmal  die  Kleinen  beim  Tierarzt  behandeln  zu
lassen,  da  sie  sonst  wohl  kurzfristig  ihr  Augenlicht   verlieren
würden, so sehr hatte der  Katzenschnupfen  sie  bereits  im Griff
und uns Mama-Katze dann  später  noch  einmal  zu  widmen. Die
Dame der Autovermietung  rüsteten  wir  mit  einer  Transportbox
aus für den Fall, dass ihr die Katze  -  wie  schon  öfters  mal - in
ihrem Büro  einen  Besuch  abstatten  sollte.  Die  Kleinen  kamen
also in die Tierklinik  und  mussten  dort  erst  einmal  einige Tage
mit Antibiotika  und  Augentropfen  versorgt  werden.  Zwischen-
zeitlich hatte sich auch die Dame  der  Autovermietung gemeldet,
dass  sie   unsere   Mutter   hatte   einfangen   können   und   so
schwelgten Sandra und ich schon  auf  Wolke  7  und  sahen  der
glücklichen Familienzusammenführung  entgegen  –  weit  gefehlt.
Die Kleinen durften laut Tierarzt nicht  mehr  zu  ihrer  Mutter, da
sie  sich  sonst  gleich  wieder  an  der   Muttermilch   anstecken
würden ... er vertröstete uns damit, dass  unsere Mutti  nach der
Sterilisation ihre mütterlichen Gefühle ohnehin  innerhalb  weniger
Tage abgelegt  hätte.  Sie  wurde  also  sterilisiert,  geimpft  und
entwurmt und kam an ihren alten Platz  zurück,  wo  sie mit ihrem
Katermann zusammen lebt  und  von  einer  Engländerin  versorgt
wird.   Unsere   3   Wonneproppen    konnten    wir    nach    der
obligatorischen    Annahmeablehnung    diverser    Tierschutzein-
richtungen für Katzen dann Elke sei Dank  bei  einem  sehr  lieben
Spanier auf einer  Finca im  Esperanzawald  unterbringen,  wo sie
es richtig schön haben werden. 

Bereits am ersten Urlaubstag kam  ich  selbst  übrigens  auch  zu
zwei weiteren Samtpfoten, und  zwar  anlässlich  unseres  ersten
Besuches bei Elke. Sie brachte 2 Katzenbabies  aus der Klinik mit,
die sie im Esperanzawald  vor  dem  Tod  gerettet  hatte,  waren
ihre Mutter und einige  Geschwisterchen  bereits  von  den Eulen
gerissen und getötet worden. Ich brauchte  eigentlich  gar  nicht
erst in die Box zu gucken, hatte ich doch schon im  Gefühl,  dass
die zwei meine beiden werden würden,  auch  ohne  sie  gesehen
zu haben und nach einem Blick in  die  Box  war  es  ganz  vorbei
und ich hatte mein Herz schon verloren. 

Meine bessere Hälfte  in  Deutschland  wurde  telefonisch  über-
rumpelt, obwohl er späterhin auch täglich anrief, um  zu  fragen,
was unsere Kleinen machen und mir  versicherte,  dass er schon
mit unserem Dicken  Sam  „gesprochen“ hätte und  dieser nichts
gegen Zuwachs in  seinem  Revier  hätte  (von wegen).  Lucy u.
Sally, wie ich die zwei taufte,  wurden  vorübergehend  als  Not-
lösung bei Elke im Pool  einquartiert  –  bewacht  von  am  Rand
stehenden   nach   unten   schnuffelnden   Hundenasen  -   und
siedelten eine Woche später in das Haus meiner  Eltern  um,  wo
die zwei Racker mich insbesondere nachts ganz  schön  auf Trab
hielten ... 


Lucy
Sally
Nun hieß es, die beiden Feger in die BRD zu  bekommen  (geimpft
waren sie Gott sei Dank früh genug) und noch  auf  unseren Flug
anzumelden.  Leider  stellte  sich  dann  die  LTU  quer  und ver-
weigerte die Mitnahme dieser „Handvoll“ Katzen,  denn man habe
ja seine Grundsätze  und  pro  Passagier  werde  partout  nur ein
Tier mitgenommen .... na prima. Getreu dem  Motto  „nicht  ohne
meine Katzen“  wurden  sämtliche  Hebel  in  Bewegung  gesetzt,
die man irgendwie bewegen  konnte  und  so  gerieten  wir  dank
Vitamin „B“ von Brigitte an  Alexandra  von  der  LTU,  die  uns 2
Kolleginnen „besorgte“,  die  am  gleichen  Tag  wie  wir  zurück-
flogen und  uns  einen  der  Hunde  „abnehmen“  würden ...  auf
diese Weise lernten wir Szilvia u.  Jeanette  kennen,  die  unsere
Azula  liebevoll  auf  ihrem  Flug  in  die  BRD  betreuten,  derweil
meine Katzenkinder dann auch mit zurück konnten.

und so landeten meine Katzenkinder und unsere Hunde die  kleine
Azula, Pepe und Harry  alle  wohlbehalten  in  Düsseldorf  und bei
uns Zuhause konnte das Abenteuer „der Feind  in  meinem Revier
beginnen“, welches Gott sei  Dank nur  einige Tage von Brummen
und Fauchen geprägt war, dann  begann  die  Annäherung an die
beiden „Damen“, denen man(n) zum  jetzigen  Zeitpunkt übrigens
sehr zugetan ist und so ein Sonntag  zu  dritt  im  Bett,  ist doch
richtig gemütlich und nett .....

und  nicht  nur  Sammy  ist  richtig  glücklich  über  seine  neuen Mitbewohnerinnen,  sondern  vor  allen  Dingen  auch  ich  –  ich
könnte  glatt  aufhören,  fern  zu  sehen,  weil  ich  diese  süßen
Mäuse den ganzen Tag nur beobachten könnte ....

Tanja Groenhoff für Pro Animal de Tenerife im Oktober 2002

[zurück]