“Wir erwarten INDIE“
 

Als wir am 12.10.02  die  Nachricht  bekamen,  dass  wir  INDIE
bekommen würden,  ging  in  uns  das  Herz  hoch.  Wir  hatten
gehofft, aber nicht wirklich damit gerechnet, dass wir das Glück
haben.

Am 22.10.02  dann  die  Gewissheit:  Jetzt  musste  es  schnell
gehen, wir hatten nur noch  zwei  Tage,  um  uns  auf  INDIES
Ankunft vorzubereiten. Alles  musste  bedacht  sein,  denn  es
sollte eine lange Fahrt bis  zum  Flughafen  BERLIN  sein,  über
1060 Km, das ist  nicht  wenig. Mein  Mann  und  meine  Eltern
wollten auch mitfahren, INDIE abholen.  Wir  packten alles  ein,
was uns wichtig erschien, Decken,  Halsband,  Geschirr,  Leine.
Futternapf, Wasser. 

Natürlich Kaffee und was zum  Essen,  Geld  und  die  Straßen-
karten und uns selber natürlich auch. 

Am 25.10.02  ging  es dann um 17.45  Uhr  los  Richtung  Berlin-
Schönefeld.  Es  regnete in einer Tour und  die Scheibenwischer
hatten  Mühe,  die  Scheibe  sauber  zu  halten.  Wir  waren  so
aufgeregt,  dass wir nach nur  einer  halben  Stunde  schon  die
erste Pause  brauchten. Wir hatten alle ein dringendes Bedürfnis.
Um ca  19.00  Uhr   ging  dann  unser  rechter  Scheibenwischer
kaputt.  Er  war   einfach   weggeklappt.   An  einer   Tankstelle
machten wir dann  halt und kauften neue. Das Elend kam jedoch
noch, denn sie  passten nicht und die Männer waren  so  schnell
bei der Sache  gewesen,  dass sie  die  Verpackung  aufgerissen
hatten, so dass  der  Tankwart  sie  dann  nicht  wieder  zurück
nahm.  Also   fuhren  wir   mit  einem   provisorisch   reparierten
Scheibenwischer weiter. Wir  retteten uns so  bis  zur  nächsten
Tankstelle und hatten dort mehr Glück. Das Wetter machte  uns
aber nicht wirklich glücklich. Eine völlig verregnete Autobahn, so
hatten wir uns das nicht vorgestellt. Aber wir  fuhren  mit Papas
Jeep,  und  der  hatte  keine  Probleme  damit.  Als  dann  Stau-
meldungen vor uns gemeldet wurden, schlug unser  Herz  wieder
höher, und wir bekamen   Angst,  dass  wir  mit  der  Zeit  nicht
hinkämen, wenn wir noch in einen Stau kämen. Aber  wir  hatten
wieder Glück, als wir zur Unfallstelle kamen, war der Stau gerade
wieder weg. Und kurz  darauf  meldeten  sie  es  dann  auch  im
Radio. Nach einer Pause  in  Helmstedt,  wo  wir  uns  die  Füße
vertraten und etwas aßen, fuhren  wir  weiter,  Noch  186  Kilo-
meter bis Berlin, zeigten uns  die  Schilder  kurz  darauf  es  war
22.00 Uhr.

Wir rechneten, ob wir es schaffen  könnten,  denn  das  Wetter
war scheußlich, es regnete immer noch, verwunderlich,  dass so
viele Fahrer auf der Auterbahn  waren,  sogar  eine  Menge  aus
unserem Umkreis waren unterwegs. Um 23.50 Uhr war dann  das
erste mal Berlin-Schönefeld  ausgeschildert  und  die  Nervosität
kehrte zurück. Es kribbelte wieder  überall.  Dann  war es endlich
geschafft, um 0.30  Uhr  waren  wir  endlich  am  Flughafen, und
suchten einen geeigneten Parkplatz, um nicht zu weit  laufen zu
müssen. Da ich im Internet Pläne vom Flughafen gefunden hatte,
konnten wir uns schnell zurecht finden. Erlich gesagt, hatten wir
gedacht, dass der Flughafen größer wäre. 

Wir fragten uns durch und wussten dann schnell,  wo  die  Flug-
gäste und die Tiere ankommen würden. Man sagte  uns, dass wir
 einfach am Terminal A warten sollten. Da es aber noch früh war,
gingen wir noch einmal zum Auto,  um  einen  Kaffee  zu  trinken,
denn die Preise am Flughafen sagten uns nicht wirklich  zu.  Kurz
darauf gingen wir  wieder  gestärkt  zum  Flughafen  zurück,  wir
dachten,  dass man vielleicht  eine  Maschine  bei  der  Landung
fotografieren könnte, aber dazu kam es nicht. 

Einige  Frauen  kamen  auf  uns  zu  und  sprachen  uns  an,  sie
fragten uns, ob wir  Familie  Brink  seien,  was  ich  bejahte,  die
Frauen schienen sichtlich erleichtert zu sein. Es war  Sandra Rink
von der Podenco-Association. Das Hemd mit dem  Podenco,  das
sie anhatte, war mit erst jetzt aufgefallen. Sie hatte  uns  schon
vergeblich gesucht, hatten eine Menge  Leute  gefragt,  erst  an
der Information erinnerte sich die Frau am Schalter, dass wir uns
erkundigt hatten, wo denn  die  Hunde  ankommen  würden.  Wir
hatten noch etwa eine Stunde Zeit, die  wir  oben i m  Flughafen
verbrachten, wo wir uns eine Menge zu erzählen hatten. Die Zeit
verging eigentlich ganz schnell, dann war es  plötzlich  fast  Uhr.
Die Maschine sollte 1.54  ankommen.  Wir  gingen  also  alle  zum
Terminal A und warteten. Jetzt konnte man die Nervösität spüren
es wurde mir  verdammt  warm.  Als  dann  jemand  den  Teminal
aufschloss dachten wir schon sie kommen, doch  es  kam  keiner.
Erst nach einigen Minuten kam ein junger Mann, doch  der  hatte
keine Transportboxen bei  sich,  der  konnte  es  nicht  sein,  die
Spannung war kaum noch auszuhalten. Wir warteten ungeduldig,
fragten uns ob sie beim Zoll Schwierigkeiten hätten.  Doch  dann
schob jemand einen Rollwagen mit Transportboxen  vor  sich her,
sie mussten es sein. Es war ein unglaublicher Augenblick, schnell
ein Foto. Und dann waren Indie und die anderen  da,  wir  waren
alle total gerührt, mir kamen ein paar Tränen,  sie  war  total süß
unsere   INDIE.   Sie    war   noch   total   benebelt    von   dem
Beruhigungsmittel, das man den Tieren vor dem  Abflug  gegeben
hatte. Ich konnte  mich  garnicht  satt  sehen,  ich   merkte  gar
nicht was Klaus und die anderen  machten,  ich  war  total  weg.
Klaus sagte später, dass er  die  anderen  Hunde  auch  beguckt
hatte und  ein kleiner bräunlicher Podenco hatte es ihm angetan,
den hätte er am  liebsten  auch  noch  mitgenommen.  Auch  die
anderen waren über ihre Tiere gerührt, “oh wie  süß  hörte” man
oft.  Die  Flugpaten  übergaben   uns  die  Papiere   und   waren
sichtlich stolz, dass es so abgelaufen war,  ohne sie  wären  wir
ja auch aufgeschmissen  gewesen,  ich  hab  auch  ein Foto von
Ihnen und denke, dass man das würdigen sollte. Erst  kurz bevor
wir zum Auto gingen, legte sich ein wenig  die  Nervösität.  Nach
der Verabschiedung rollten wir INDIE zum  Auto,  denn  sie  frohr
sehr, es war ja auch nicht besonders warm.  Nachdem  wir  raus
hatten, wie wir vom Parkplatz kommen, und wo man  das  Ticket
bezahlen muss, machten wir uns auf den Weg zurück  zur  Auto-
bahn und zur nächsten Tankstelle.  Dort  meldete  sich  plötzlich
INDIE, sie fiepte, und machte so  Anstalten  als  wenn  sie  wohl
raus wollte.  Ich  nahm  sie  an  die  Leine,  was  sie  sich  ohne
weiteres gefallen ließ, und ich ging ein  paar  Meter  mit  ihr,  sie
musste offensichtlich mal, und das  nicht  wenig.  Wenn  ich  sie
ansprach, wedelte sie mit dem Schwanz. Sie  war  ganz  zutrau-
lich, was mich  erstaunte,  ich  hatte  mehr  Schüchternheit  er-
wartet. Dann ging die Reise weiter, ich fuhr  ca 2 Std, irgendwo,
zwischen Helmstedt und Hannover machten  wir eine Pause, und
Fahrerwechsel. Die Straßen waren  ausnahmsweise  trocken und
leer, so konnten wir Zeit gutmachen.  Nach einer Stärkung gings
dann weiter, Klaus fuhr, ich versuchte  etwas zu schlafen, meine
Mama schlief und mein Papa döste auch immer wieder ein. Jetzt
regnete es wieder und es fing an zu  stürmen.  Aber  wir  kamen
gut durch. INDIE war ganz ruhig und schlief tief und fest. Wieder
nach etwa 1  ½ Stunden machten wir wieder  halt,  aßen etwas,
vertraten uns die  Beine,  während  INDIE  sich  garnicht  stören
ließ, sie schlief tief und fest. Wieder setzte ich mich  ans Steuer,
und fuhr die restlichen  Kilometer.  Als  ich  das  Schild  Leer  las,
wusste ich, dass wir es bald geschafft hatten.  Wir  merkten alle,
dass wir nicht jeden Tag  so  eine  Strecke  fahren  möchten, wir
waren ziemlich kaputt. INDIE schlief nach wie  vor, sie störte das
alles nicht. Wir waren so gegen  8.30  Uhr  bei  meinen  Eltern zu
Hause, wo wir Mama absetzten,  als  mein  Handy  ging,  Sandra
Ninka, die INDIE  mit vermittelt  hatte,  erkundigte  sich,  ob  wir
gut durchgekommen waren, ich  fand  das  wirklich  nett  von ihr.
Wir waren ja noch gar nicht  Zuhause,  aber  20 Minuten  später
war es dann soweit. Klaus  und  mein  Papa  setzten  die  Trans-
portbox in die Küche, und  ich  öffnete  sie.  Daysie  freute  sich
riesig, dass wir wieder  da  waren,  sie  merkte  noch  gar  nicht,
dass INDIE   hinter  ihr  stand,  erst  als  Daysie  sich  umdrehte,
schaute sie und  leckte  ihr  durchs  Gesicht,  dann  schmiss  sie
sich auf den Boden, Foto. Mein  Vater  verabschiedete  sich  und
fuhr nach Hause. Die Kinder waren  auch  begeistert,  die Katzen
guckten nur, INDIE interessierte  das  noch  gar  nicht,  sie  ging
erst noch mal Gassie, und legte sich  dann in  ihr  Körbchen, und
schlief.  Auch  ich  legte  mich  auf  unser  Sofa und  schlief  bis
Mittags. Klaus ging ins  Bett,  dort  hin  hatte  ich  es  gar  nicht
mehr  geschafft.  Erst  als  ich  wieder  wach  wurde  und  INDIE
friedlich schlafen sah begriff ich. INDIE war endlich da

Marika Brink.

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