Hallo, hier bin ich - NIKKI (FRÜHER ABELINE)

und im  Anschluss an die Bilder, die man für euch von mir  gemacht 
hat, könnt ihr meine Geschichte lesen:

 

 

 

Bedanken möchte ich mich  ganz doll bei  BRIGITTE DILLER, meiner 
Finderin, dass  sie  immer  an  mich  geglaubt  hat,  sich  um  mich 
gekümmert hat und ich nun  ein  wunderbares  Zuhause  gefunden 
habe – einen dicken  Schmatzer  für  Dich,  Brigitte – immer  Deine 
Nikki!

... und  hier   nun  meine  Geschichte,   den   Brigitte  für   meine 
Pflegestelle  in   Deutschland,  nämlich  Frau  Gockenbach,  extra 
aufgeschrieben hat:

Als ich Weihnachten mit meinem Mann Kurt für 2  Wochen  Urlaub 
in einem Appartement-Haus auf Teneriffa  ankam,  machten  mich 
gleich einige Leute auf eine bitterarme, läufige Hündin aufmerksam,
die mehrmals täglich hier vorbei kam, einmal auf ewiger erfolgloser 
Futtersuche, zum anderen ständig auf der Flucht vor 5 Rüden, die
sie pausenlos schwängern wollten und  dies auch taten. Sie hatte 
gar nicht die Kraft, sich die Rüden vom Hals zu halten, so schwach
war sie.

Vier Tage lang versuchte ich, mich  Nikki, wie ich sie nannte, ganz
behutsam  zu  nähern,  ausgestattet  mit  einer  Schüssel  Futter, 
Leine und  Halsband. Nikki war – offenbar aufgrund  ihrer prinzipiell 
schlechten Erfahrungen  mit  Menschen  –  derart  verschüchtert, 
dass sie es nicht einmal wagte, den Kopf in  die Futterschüssel zu 
stecken. Und obwohl sie vor Hunger fast wahnsinnig gewesen sein 
muss, rannte sie auf und  davon  mit  nach  vorne  eingezogenem 
Schwanz.

Ich  war  ganz  verzweifelt,  denn  ich  dachte,  der  Hund  bricht 
zusammen und dann  ist es aus mit  ihr.  Dann aber  geschah  das 
Wunder: Am vierten Tag blieb Nikki stehen, fraß mir aus der Hand,
hörte mir zu und ließ sich streicheln. Ich durfte ihr ganz vorsichtig 
das Halsband anlegen und sie ging mit mir hinauf. Unser Glück war
übergroß. Nun konnte sie schon mal nicht mehr verloren gehen.

Ausgerechnet an  diesem  ersten  Abend waren wir  zum Essen bei 
Leuten nebenan  eingeladen, die keinen Hund zu sich hereinlassen. 
Nun halte ich es ja generell so, wer mich mit Hund nicht  reinlässt, 
zu dem komme ich  auch  ohne Hund nicht. Aber die Einladung bei 
diesen Leuten hatten wir  schon angenommen, als wir  Nikki  noch 
nicht aufgenommen hatten. Nun versuchten wir, Nikki liebevoll  zu 
erklären, dass wir ja gleich wieder kämen  und fingen  an, Nikki für 
eine Minute alleine zu lassen, um sie dann ganz  arg zu  loben und 
zu  belohnen.  Wir  verlängerten auf  2 Minuten und  da wurde sie 
schon ungemütlich und fing bitterlich an  zu  weinen. Sie  verträgt 
dies einfach  nicht,  kaum  gerettet  –  und  schon  wieder  alleine 
gelassen. Die Verlassensängste  sind  so  groß,  dass  man  es  ihr 
einfach nicht antun darf, sie allein zu lassen. Ich bat einen  lieben 
älteren Herrn von nebenan, der selbst eine  große  Hündin hat, ob 
die  beiden  für  ca.  2  Stunden  zusammen  sein dürften und  so 
verbrachte Nikki dann eine kurze Zeit bei Susi und Herrn Schäfer.

Wir waren natürlich keine 2 Stunden weg, weil wir Sehnsucht nach
Nikki hatten. So dauerte das Essen nicht lange, damit  wir  schnell 
wieder  zu  Nikki  kamen.  Nikkis  Freude  beim  Abholen  bei  Herrn 
Schäfer war so groß, dass sie mich fast umrannte.

Ich legte ein großes Badetuch  auf  den  Boden  und  zeigte  Nikki, 
dass dies ihr Plätzchen sei. Ganz  brav legte  sie  sich darauf, aber
immer so, dass sie uns im  Blick hatte. Bevor ich sehr spät ins Bett 
ging,  waren  wir  noch  Gassi   und  sie   machte  ganz  brav  ihre 
Geschäfte. Ich war eigentlich schon  darauf vorbereitet, dass Nikki 
nachts reinmachen musste. Erstens  weiß  ein wild  lebender  Hund 
ja nicht weiß, dass er Meldung  machen  soll,  wenn  er  raus muss 
und zweitens  macht  solch  ein  Hund  halt einfach da, wo es  ihm 
gerade einfällt,  dass er muss. Das wäre ja nicht schlimm gewesen. 

Nicht  so  bei  Nikki!  Morgens  um  05.00 Uhr  hörte  ich  plötzlich 
Geräusche. Nikki, der intelligenteste Hund der Welt sag ich da nur, 
holte sich die Leine und brachte sie mir ans Bett – und  dies hatte 
seinen Grund: Sie musste, und zwar alles!

Nach dem Gassigehen legte  sie  sich wieder brav auf´s  Badetuch 
und ich mich ins Bett. Als ich dann um 08.00 Uhr endlich aufstand,
hatte Nikki es  längst  erfasst,  dass  es  sich  auf  dem  Sofa viel 
bequemer liegt als auf dem harten Boden.

Der erste Versuch, sie wieder vom  Sofa  zu  kriegen,  gelang  mit 
gutem Zureden, dass ein Hund ja eigentlich nicht  dorthin gehöre, 
aber der kluge Hund  checkte  die  Lage  und  schwupps, war  sie 
schon wieder auf der Couch. Wir ließen  sie  gewähren,  das Sofa 
steht ihr ja auch so gut.

Die Tage mit Nikki waren  einfach  wunderschön. Kurt verknackste
sich beim  Gassigehen  derart  den  Fuß,  dass man  ihn  eingipsen 
musste und er nicht  mehr  schwimmen  konnte. So setzte  er sich 
dann mit Nikki ans Meer  und  schaute  den  Leuten zu. Und schon 
fing Nikki an, Kurt zu  bewachen, das heißt,  wenn  ein  Mensch es 
wagte,  nahe  an   Kurt   ranzukommen,  hat   sie   diesen   gleich 
angemotzt:  Hey,  das  ist   mein   Mensch,  pass   bloß   auf!  Ein 
SUPERHUND – einfach nur traumhaft.

So  langsam überkamen uns sorgenvolle  Gedanken,  was  machen 
wir  bloß  mit  Nikki?  Wir  fliegen  am  07.01.  heim  und  wäre  ein 
Verbrechen, einem Hund fast 2 Wochen lang den Himmel auf Erden 
zu servieren, um ihn anschließend wieder auf die Straße zu setzen.
Na ja, wir kennen  ja  auf  Teneriffa  einige  Tierschützerinnen, die
arme Tiere haben, außerdem habe ich ja einen  sehr  guten  Draht 
zu meinem Augsburger Tierschutzverein. Also ran  ans Telefon und 
alle abgeklappert.  Alle,  aber  auch  alle  haben  mir  eine  Abfuhr 
erteilt. Ich habe nur noch geheult und war  verzweifelt. Eins  aber 
stand fest : egal was passieren muss, Nikki ist und bleibt gerettet.
In meiner Not fuhr ich einige Tierärzte auf der Insel an und endlich 
bekam ich die Nummer von Manfred und Elke. Ich  rief dort an und 
hatte natürlich Angst, auch hier eine  Abfuhr  zu bekommen. Denn 
schließlich wohnen Roßmanns auf der anderen Seite der Insel – ein
weiter Weg. Ich  kann  nur  schwärmen,  wir  unkompliziert  dieser 
Mann sich bereit erklärt hat, zu uns  herüber  zu  fahren  und sich 
Nikkis anzunehmen. Er  kam  am  nächsten  Tag  und  nach  einer 
Minute lag er bereits mit  Nikki  auf  dem Boden zu einer Schmuse-
Aktion. Das war an dem  Mittwoch,  bevor  wir  dann  am  Montag 
darauf  heimgeflogen  sind.  Manfred   war   bereit,   Nikki   sofort 
mitzunehmen, sagte aber auch,  es  würde  ihn  freuen, wenn  wir 
vor der Abreise noch einmal zu ihm kommen könnten, um zu sehen,
wie schön es die vielen Hunde  bei ihm  haben.  O. k.  sagten  wir, 
aber wenn das so ist, dann würden  wir  Nikki  gerne noch  bis  zu 
diesem Samstag behalten – gesagt, getan.

Am Samstag brachte ich dann Nikki zu Manfred  und  Elke. Es war 
eine Freude zu sehen, wie  alle  Hunde,  die  bei  Rossmanns  gut 
gehalten, wohl genährt, glücklich, zufrieden und selbstsicher sind.
Absolut untrügliche Zeichen, dass sie sich  alle  „sauwohl“  fühlen 
und geliebt wissen dürfen.  Nikki   wurde  ohne  Aggressionen von 
allen Hunden aufgenommen und sicherte  sich  sofort  einen Platz 
auf dem Sofa.

Zum Abschied habe ich mich dann ganz heimlich und  leise  davon 
geschlichen, während Elke mit Nikki in die  Küche  ging und sie mit 
dem Schweinebraten ablenkte. Ich war sehr  glücklich über  diese 
Lösung,  kam  mir  aber  trotzdem  wie  eine  Verräterin  vor.  Der 
Heimweg ohne Nikki war sehr schlimm  für  mich.  Ich  rannte  die 
ganze Nacht an die Wohnungstür und suchte mit  den  Augen die 
Straße ab, weil ich einen Traum hatte,  dass Nikki  durchgebrannt 
wäre, um mich zu suchen. Das alles zeigt,  wie  sehr mir doch das 
Wohl des Hundes am Herzen lag. Am nächsten Morgen nach einer 
schlaflosen Nacht rief ich dann Manfred  an und  als  er  mir  ganz 
ehrlich sagte „Nikki hat  dich  glaube  ich  schon  verschmerzt, sie 
fühlt sich sehr wohl hier und macht  keinerlei  Anstalten, abhauen
zu wollen“ – so erst dann war  ich  eigentlich  100 %ig überzeugt,
dass alles so richtig und gut sei.

Und nun kommt der letzte Teil von  Nikkis  Geschichte  und  diese 
spielt sich  bei  Ihnen,  liebe  Frau  Gockenbach  ab. Ich wünsche 
Ihnen, dass sie allezeit Freude mit  Nikki  haben  werden. Sie wird 
sie jung erhalten, sie  wird  ihren  Bekannten-  und  Freundeskreis 
automatisch  vergrößern  und   sie   wird  Ihnen   aufgrund   ihres 
Verhaltens sicher manchmal aufzeigen, welche Menschen  es  gut 
mit Ihnen meinen und welche nicht.

Nikki wünsche  ich,  dass  Sie  bei  Ihnen  das  Super-Hundeleben 
geschenkt bekommt, das sie sich verdient  hat: Liebe, Zuneigung, 
Treue, Wärme und Geborgenheit.

Zum Schluss möchte ich noch  erwähnen,  dass  ich  im  Kreis der 
vielen Tierschützer, die  ich  kenne, niemanden aufzählen könnte, 
der sich mit so viel Kompetenz und Engagement  den ärmsten der
armen Kreaturen  auf der  Insel  widmet.  Diese  beiden, Elke und 
Manfred müssen  von  uns  wenigstens  mit  den  Mitteln,  die wir 
haben, unterstützt werden. Hoffentlich bleiben sie uns noch lange 
erhalten.

Liebe Frau Gockenbach, darf ich ab und zu was von Nikki erfahren?
Irgendwie fühle ich mich mit verantwortlich für sie  und  da  würde 
es mich ganz besonders freuen, wenn ich sie  auf  ihrem  weiteren Lebensweg begleiten dürfte.

Mit ganz lieben Grüßen

Brigitte Diller

Liebe Brigitte, das Lob  dürfen wir  zurück geben!  Es  müsste  auf 
dieser Insel viel mehr  solcher  wahren  Tierfreunde  geben,  dann 
bliebe vielen vielen armen Hunden einiges Leid erspart. Wir jeden-
falls haben Nikki  von  Herzen gerne  bei  uns  aufgenommen  und 
unsere  liebe   Frau  Gockenbach  hat  in  Deutschland   innerhalb 
kürzester Zeit dafür gesorgt, dass Nikki das Zuhause bekam,  das 
Ihr ihr gewünscht habt.

So kam einmal  mehr alles so,  wie  es  kommen  musste  und  wir 
können alle glücklich und zufrieden sein!

Dir liebe Brigitte, von Herzen  die besten  Wünsche  von  uns  aus 
Teneriffa, mögen wir uns bald einmal wiedersehen und vielen Dank
dafür, dass Du unsere Nikki gerettet hast.

... und dass  Du  am  Leben  von  Nikki  auch  weiterhin  teilhaben 
kannst, ist sicherlich keine Frage!

Elke und Manfred Roßmann

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