Amor – er war einer von vielen, die im Jahr 2005 während der Jagdsaison in den Bergen Teneriffas zurückgelassen wurden. Auch sein 'Leben' wäre sicherlich recht bald ausgehaucht gewesen, wäre er nicht unserer Elke begegnet. 

In seinem geschundenen Körper – von Mangelerscheinungen, vielen kleinen Verletzungen gezeichnet und von Parasiten befallen – war eine Seele zuhause, wie man ihr sicher nicht aller Tage begegnet, aber das sollten wir erst nach Wochen zu spüren bekommen, in denen Amor auf unserer PAT-Finca nach und nach seinen Lebensmut zurück gewann und seine anfänglich fast bis zur Nasenspitze eingeklemmte Rute das Wedeln neu lernte. Aus unserem 'hässlichen Entlein' wurde ein schöner Schwan, der uns seine Rettung mit zunehmend so viel Liebe dankte, dass es schier unglaublich schien. 

Er entwickelte sich zu einem Hund, der regelrecht in uns reinkroch, Liebe und Fürsorge aufsaugte, wann immer sich die Gelegenheit dazu bot – dabei blieb er immer ganz bescheiden im Hintergrund, als hätte er Angst, dass er sein neu gefundenes Paradies sonst wieder verlassen müsse. 

Machten es sich andere Hunde auf seinem Sessel gemütlich, legte er seine Schnauze auf seinen Sessel und schlief im stehen – nie wäre es ihm eingefallen, einen anderen von seinem Platz zu verdrängen ... Dieser ganz besondere Hund schlich sich so in unsere Herzen, dass es unser sehnlichster Wunsch wurde, ein Zuhause für ihn zu finden, ein Zuhause, wo er seine verpasste Welpenzeit nachholen könnte und wo er uneingeschränkt die Liebe bekommen sollte, nach der er sich so sehr sehnte ... Wie aber soll man über eine Distanz von 3.800 Kilometern Menschen auf einen vermeintlich ganz gewöhnlichen Podenco-Pointer-Mix aufmerksam machen, die es vermittlungstechnisch ohnehin schon schwer haben?? ... und so gaben wir uns, nachdem wir Stunden mit dem Versuch verbrachten, Amor ins fototechnisch ins rechte Licht zu rücken (man versuche eine Ganzkörperaufnahme von einem Hund zu machen, der permanent in einen reinkriechen möchte....), die größte Mühe, sein traumhaftes Wesen – wenn auch nur annähernd – auf diversen Internetseiten zu beschreiben .... 

... und Amors Pfeil traf: gleich beim ersten Mal – gleich die richtigen Menschen, nämlich Dirk und Marc und ihr bereits aus 4 Tierschutz-Hunden bestehendes Hunderudel aus dem Münsterland. 3.500 m² Grundstück,  davon 1.000 als Hundefreilauf eingezäunt, ständige Betreuung durch 2 Hundesitter – unsere Herzen schlugen Purzelbäume; sollte sich unser Traum für Amor wirklich erfüllen? ... er sollte!!! 

Auch Amors neue Herrchen, beide Flugbegleiter einer deutschen Airline, glaubten an 'ein Zeichen' als sie nach langer Zeit nicht nur wieder einmal zusammen auf der gleichen Maschine eingesetzt wurden, sondern diese obendrein an Silvester 2005 ausgerechnet auch noch auf Teneriffa zwischenlanden sollte und so setzen die beiden selbst alle Hebel in Bewegung, dass ihr neues Familienmitglied als Passagier mit "VIP-Status" eine Sondergenehmigung zum Zustieg erhielt, da sie die Maschine aufgrund Zeitmangels leider nicht verlassen konnten. Eine ziemlich aufgeregte Elke – so was macht Frau ja schließlich auch nicht alle Tage – machte dann  den etwas überforderten Damen am Check in recht schnell klar, welch wertvolle Fracht hier an welchen Bestimmungsort musste ... und so flog Amor pünktlich zum Jahresende in sein neues Leben Richtung Münster/Osnabrück. 

Beim Team von PAT knallten die Korken: „Frohes Neues Jahr, Amor-Schatz“ – auf ein sehr langes, glückliches Hundeleben! ... wir freuen uns so sehr für dich und danken Marc und Dirk von Herzen, dass sie dir ein dauerhaftes Plätzchen auf der Sonnenseite des Lebens geschenkt haben ... 

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