02.03.05

Wir sind in Urlaub, als das Telefon ging. Endlich kam die erlösende Nachricht:
Candela (Jule) kommt am 12.03.05 aus Teneriffa. Wir alle waren wie aus dem Häuschen. Nun endlich konnte unsere große (unbekannte) Liebe kommen.
Am 05.03. war unser Urlaub beendet. Eine ganze Woche voller Stress stand uns bevor. Wir hatten noch einen Umzug zu bewerkstelligen. Nun war Dauertumult angesagt. Hatten wir doch in der Vergangenheit schon alles besorgt, fing jetzt erst richtig die Panik an. Hatten wir genug Futter? Und was frisst überhaupt ein Hundebaby? Wie machen wir das mit der Zusammenführung der  beiden Hunde ? Brauchen wir einen Korb oder eine Kiste, wo der Hund nicht rausspringen kann, wenn er mal muss? 
Alles was wir vorher gemacht haben, wurde wieder in Frage gestellt. 
Also weitere Anschaffungen getätigt. Es musste unbedingt eine superlange Laufleine her, damit sich der  Hund nicht eingeengt fühlt. Eine kleine Fleece-Decke musste auch noch gekauft werden, damit der Hund auch ja nicht friert, vor allem bei der Ankunft. Kleine Kauknochen landeten ebenfalls im Einkaufskorb, Leckerli  für Junghunde usw..  Frau Flössel meinte, wir sollten vielleicht ein Bauchgeschirr kaufen und kein Halsband, weil der Hund noch nicht leinenführig sei und sich eventuell aus einem Halsband herauswindet. Meine Tochter und ich waren in diesen letzten Tagen sehr gute Kunden bei „Fressnapf“. Wir standen vor den Bauchgurten.  Nehmen wir den grünen, oder besser doch den roten oder den in dunkelblau – nein, der azurblaue musste es sein. Wir hatten schon vor Augen, wie dieses blau mit der Fellfarbe harmoniert. Diese Tage waren wirklich fürchterlich – und doch schön. Wollten wir es unserem kleinen „Neuling“ doch so schön wie möglich machen.
Schnell noch einmal das Buch „Hunde sind doch Rudeltiere“ rausgeholt und noch einmal alles gelesen. 
4 Tage vor der Ankunft wurden die Stunden gezählt. Wir haben versucht, uns in den kleinen Hund hineinzuversetzen. Merkt sie, dass etwas wirklich Gravierendes in ihrem Leben passiert? 
Ach wäre sie doch nur schon da. Donnerstag rief Frau Müller an, die die Übergabe auf dem Flughafen koordinieren würde. Sie meinte zu meiner Tochter, sie solle auf jeden Fall eine dicke Rolle Küchentücher mitbringen, weil es jeden auf dem Flughafen übermannt.
Noch 24 Stunden. Nun wurde jede Minute auf Teneriffa miterlebt. Nun hat sie die letzte Nacht auf der Insel. Jetzt frisst sie ihre letzte Mahlzeit. Bald kommt die Sedierung für den Flug. Vielleicht sitzt sie schon im Transportkorb? Hoffentlich ist es in der Luft auf 10 000 m nicht zu kalt für die kleine Maus ?
Die letzte Nacht haben wir alle unruhig geschlafen, weil unsere Gedanken nur bei unserem neuen Familienmitglied waren. 

12.03.05  ANKUNFTSTAG !!!
Ab Samstagmorgen konnten wir an nichts anderes denken als an Jule. Ist sie traurig, wenn sie von ihrem Rudel fort muss? Wird sie das Leben im sonnigen Süden vermissen?
Ist sie schon auf dem Weg zum Flughafen ?
13 Uhr: nun sitzt sie schon im Transportkorb. Schläft sie ruhig ihrer neuen Zukunft entgegen? 

Ach, wie gerne hätten wir die kleine Maus schon auf dem Transport begleitet. 

13:20. Die Maschine ist planmäßig gestartet (zum Glück gibt es Internet).  Die Ankunftszeit ist geplant um 18:50 auf dem Köln-Bonner Flughafen. Wir hatten uns um 18:40 mit Frau Müller verabredet.
Frau Müller traf dort am Flughafen noch eine nette Familie, die am 19.03. den kleinen Zorro in Empfang nehmen wollen. Diese Familie wollte einmal sehen, wie so eine Ankunft/Abholung über die Bühne geht. Also, Spannung auf der ganzen Linie.
Alle warteten gespannt auf  die Ankunft. Wir alle starrten die Anzeigetafel an, ob sich auch nichts  an der Flug- bzw. Ankunftszeit  ändert.

Nein, es änderte sich zum Glück nichts. Um 18:52 landete unser großes Glück in Deutschland, wo ihr auf jeden Fall ein besseres Schicksal widerfährt. 
Die Aufregung steigerte sich ins Unermessliche Die ersten Leute kamen durch die Ausgangstüre. Leider kamen die von Sardinien. Weitere Aufregung – und warten, warten, warten. In der Zwischenzeit war meine Tochter schon in Tränen aufgelöst. Sieben lange Wartewochen sollten in wenigen Augenblicken zu Ende sein. 
Wir haben uns schon oft die Frage gestellt, was uns gerade  zu diesem Hund gezogen hat. Wir hatten einfach ein gutes Gefühl. Keiner konnte das so richtig beantworten Nun kommt ein Tier zu uns, was wir noch nie leibhaftig  gesehen haben, aber unsere Herzen waren voll Liebe und Sehnsucht. Auch wenn der Hund nicht  so schön wäre, wie wir es uns erhofften, würde das unserer Liebe keinen Abbruch tun.
Eine letzte Frage zu einem neuen Ankunftspassagier. Teneriffa ? JA !!!
Endlich waren es nur noch wenige Minuten. 
Da kam die Flugbegleiterin (Britta, auf diesem Weg Danke schön) mit einem wuselnden kleinen Etwas durch die Türe. Lustige, große braune Augen blickten sehr interessiert alles an, was sich um den Käfig herum tat. 

Vor lauter Freude haben wir geweint. Unsere Finger, zur ersten Kontaktaufnahme durch die Gitterstäbe gesteckt, die freudig abgeleckt wurden. 
Jetzt wurde der Käfig geöffnet – und zum Vorschein kam das niedlichste kleine Hundebaby, was man sich vorstellen kann. Alle wurden wir erst einmal zur Begrüßung abgeleckt. Dann streckte sie uns ihren kleinen runden Babybauch entgegen und ließ sich wunderbar kraulen.
Ohne Probleme legte Frau Müller den Bauchgurt um – und alle Sorgen und Ängste fielen von uns. Jetzt endlich wussten wir, das Warten hatte sich voll und ganz gelohnt. 

An dieser Stelle möchten wir auch unseren ganz besonderen Dank aussprechen an die Organisation Pro Animal Tenerife, die uns ununterbrochen unterstützt hat, jede noch so dumme Frage beantwortet hat, uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Organisation der ganzen Sache lief jederzeit ganz komplikationslos. Jeder,  der mit  der Hundeadoption beschäftigt war  (Frau Müller, die die Organisation auf dem Flughafen managte und die Flugpatin Britta) waren uns eine große Hilfe – also nochmals herzlichen Dank.
Ein besonderer Dank gehört Frau Rossmann, die sich so lieb um die Hunde vor Ort kümmert und erst dafür gesorgt hat, dass unsere kleine Jule vom Müll gerettet wurde.
Ein ebensolcher Dank gebührt Frau Flössel (bitte dieses Lob diesmal nicht rausschneiden).
Ich habe selten so eine engagierte Frau erlebt, die neben ihrer Familie so viel Zeit für die Tiere aufwendet. Mittlerweile haben wir das Gefühl, wir würden Fr. Flössel schon ewig kennen – und wir hoffen, dass der Kontakt nicht abreißt.
Weiter geht´s im Text. 
Unser Hund ist so hübsch, dass selbst die Flugpatin meinte, wenn die Leute den Hund nicht abholen, nehme ich den Hund. 
Nun wurde auch für uns die Frage beantwortet, warum wir gerade diesen Hund so hübsch gefunden haben. Die kleine Tochter der Famlie, die auf  ihren Zorro warteten, meinte: der Hund gleicht einem Delphin, die haben auch so einen Mund, als wenn sie lächeln würden. Genau, das war´s. Jule lächelt! Sie lächelte sich in unsere Herzen. 
Genau das hat uns im Unterbewusstsein so gefallen.

Der Abschied kam. Wir nahmen unseren kleinen Wonneproppen und legten ihn auf die Rücksitzbank zwischen meiner Tochter und mir. Ganz entspannt lag die Kleine und ließ sich von uns streicheln. Man merkte ihr den Genuss so richtig an. Im Auto mussten wir ununterbrochen niesen, was wohl von dem Flohpuder kam, den Jule reichlich abgekommen hatte auf Teneriffa. Auch fühlten wir hier und da eine winzig kleine Zecke. Jule hatte uns schöne Grüße aus Teneriffa mitgebracht. Ach, was soll´s! 
Zu Hause angekommen, gestaltete sich der Einzug ins neue Heim total komplikationslos.
Erst einmal Pipi gemacht (egal nach so einem langen Flug ), ein kleines Häufchen ins Kinderzimmer (na ja, somit war ihr Revier markiert!) Ein wenig fressen, ein wenig Gassi –und ab in´s Kistchen. Mensch; war die Kleine müde. Wir hatten uns schon auf eine Nacht mit
Komplikationen und Unterbrechungen eingestellt. Kommt diese Nacht der Durchfall, das Erbrechen?  Von wegen, die ganze Nacht wurde laut geschnarcht und durchgeschlafen. 

13.03.05

Begegnung mit unserem „Schröder“. 
Wir hatten das Treffen geplant auf einer großen Wiese, wo es immer ruhig ist, und wo die Hunde einander kennen lernen konnten. „Schröder“ und ich waren vor meiner Tochter und Jule auf der Wiese. Aber, was war das ? Die ganze Wiese voller Hunde, die ihre Spielstunde dort abhielten. Musste das denn unbedingt um 9 Uhr sein ? Wir sind auf jeden Fall ganz ungezwungen aufeinander losgegangen. „Macho-Schröder“ hat mal unverbindlich an Jule geschnuppert. Kein Interesse. Julchen auch geschnuppert – kein Interesse. Oh weh ! Kann man eigentlich Hundeliebe erzwingen ? Was ist, wenn die Hunde sich überhaupt nicht „riechen“ können. Geht das gut ? 
Also, Liebe auf den ersten Hundeblick sieht anders aus. Nun kam die größte Herausforderung. Beide Hunde sollten in der Wohnung zusammengeführt werden. 
Ab in den Kofferraum. Hier gab es schon im Ansatz das große Zähnefletschen. Hunde wieder  getrennt – und einzeln in die Wohnung gefahren. In der Wohnung angekommen, haben wir alles so gemacht, wie es die Hundebücher sagen – raushalten und keine Partei ergreifen. Keinen bevorzugen, keinen benachteiligen. 
Nach anfänglichem Umschleichen kam der große Überfall unerwartet. Beide Hunde fielen zähnefletschend übereinander her. Die ganze Sache dauerte ca. 5 Minuten. Uns standen die Haare zu Berg. Dann hat sich Jule unterworfen, auf den Rücken geschmissen und Schröder stand mit einer Pfote auf dem Brustkorb, wie ein Großwildjäger. Die nachfolgenden Stunden verliefen äußerst entspannt. Die einigen die angespannt waren, waren wir. Die Rangordnung war für´s erste geklärt. Kommt  Jule dem Schröder zu nahe, brummt er vor sich hin und weist Jule somit in die Schranken. Sie hat das sehr schnell erkannt und respektiert sein Bedürfnis nach Ruhe und ein wenig Abstand. 
Abends treffen wir uns zum gemeinsamen „Gassi gehen“ und siehe da, das Unglaubliche passiert. Jule fordert Schröder zum Toben im Schnee auf. Er nimmt die Aufforderung an und die beiden toben wie die Wilden im Schnee. Es herrscht im wahrsten Sinne „ Friede, Freude, Eierkuchen“.

15.03.05
In der Zwischenzeit herrscht neben friedvollem Zusammenleben, auch schon mal ein ganz kräftiger Machtkampf, aber es wird langsam immer weniger. Besonders beim Spielen haben wir das Gefühl, die Hunde haben eine Wellenlänge. Ich habe eine lange Leine mit einer Riesenschraube im Garten montiert, damit die kleine Jule nicht ausbüchsen kann. Und hier wird getobt, aneinander geknabbert, übereinander hergefallen. Es ist eine große Freude den beiden Hunden zuzuschauen.
        

 

Am Sonntag geht es zum ersten Mal in die Welpenschule. Wir freuen uns schon sehr darauf. Mal sehen, wie sich die Kleine dort verhält. Im Juni wollen wir nach Sylt. Auf lange Spaziergänge und Spiele am Strand freuen wir uns jetzt schon. Vielleicht ist Jule bis dahin gut erzogen ?
So, das war´s fürs erste !
Ich bedanke mich für die Geduld der Leser, die meiner Geschichte bis hierher gefolgt sind.
Ich werde, immer dann, wenn es was außergewöhnlich Schönes zu berichten gibt, schreiben.
Die Quintessenz der Geschichte lautet: 
Jederzeit würden wir wieder einen Hund von PAT adoptieren.
Ich werde Reklame machen für Ihre HP, damit Leute, die sich einen Hund aus Spanien nehmen möchten, die Ängste und Sorgen genommen werden. Es war alles supergut organisiert, wir haben ein großes Vertrauen zu dieser Tierschutzorganisation gewonnen. 
Für heute ein letztes Mal DANKE und weiterhin viel Erfolg !!!


Liebe auf den ersten Blick – ein Traum aus Teneriffa! 

Die Suche nach einem Zweithund nahm langsam Gestalt an – aber – woher einen  Hund nehmen, der nicht ganz so groß ist und der vor allen Dingen zu unserem Ersthund und in unsere Familie passt ? Im Internet ist das Angebot 
an Hunden  so groß, dass man fast schon wieder annehmen muss, es ist ein Riesengeschäft. Diese Hunde sind alle zuckersüß, leben aber mehr oder weniger geborgen in einer Familie, oder - wenn es nicht ganz so gut gelaufen ist - in einem Tierheim. Der Versuch, einen Hund im Tierheim zu bekommen, gestaltete sich als schwierig. Irgendetwas stimmte nie. Nein, solch ein Tier wollten wir nicht.

Unser Wunsch war es, einem armen Tier, welches solche Zuwendungen nicht hat, ein wunderschönes neues Zuhause zu geben. Beim Streifen durchs Internet „Tiere suchen ein zuhause“ sind wir einem Hund begegnet, der uns gedanklich nicht mehr los ließ. Chicha, eine 6 Jahre alte,  wuschelige Hündin, die leider im Tierheim Teneriffa gelandet ist, weil die Vorbesitzer sich für ein junges Tier entschieden haben. 

Unser Mitleid mit diesem Tier war so groß, dass wir ganz kurzentschlossen mit Frau Flössel, Chichas Vermittlerin vom Tierschutzverein Pro Animal Tenerife, Kontakt aufgenommen haben. Frau Flössel riet uns aber von diesem Hund ab, weil die kleine Chicha schlussendlich in eine Familie sollte, wo uneingeschränkt die ganze Aufmerksamkeit zukommt, die sie bisher nicht hatte. Schade, aber sehr verständlich. Sie riet uns, einmal auf die Homepage www.pro-animal-tenerife.de zu gehen.

Was da geschah, ist nur mit der großen Liebe auf den ersten Blick zu bezeichnen. Da sahen wir unseren Traumhund, klein, niedlich, wuschelig, etwas wie ein Fuchs aussehend – CANDELA. 

Wir wussten sogleich, dieser Hund ist es! Also, wieder Fr.Flössel kontaktiert und unser Interesse bekundet. Nun ging die Überlegung los. 

Wir sind eine Familie (einschließlich Eltern) mit einer 3,5 jährigen Tochter und einem lieben, wenn auch etwas machohaften Westhighland-White-Terrier, der manchmal etwas dominant ist. Er heißt „Schröder“.  Der neue Hund sollte sich also nicht nur mit unserem Enkelkind verstehen (das mit Schröder aufgewachsen ist), sondern auch für unseren Hund ein neuer Spielkamerad sein. Gleichzeitig soll er aber auch mit unseren Kindern  klarkommen, die sich in der Woche gerne um den Hund kümmern würden. Kurzum, der Familienrat tagte. Alle waren ohne Einschränkungen dafür, diesem kleinen Wesen ein neues Heim zu geben.

Von nun an liefen die Leitungen zwischen Wuppertal und Herscheid  heiß und meine Tochter Tatjana wurde sehr aktiv.  Mensch, hatten wir Fragen! Aber die Hauptsache war, wir hatten die Option auf Candela. Unsere Freude war so groß. Dieses Gefühl können wir nur mit dem Verliebtsein vergleichen: „FLUGZEUGE IM BAUCH“ !!!

 
17.01.2005

Die erste Nacht nach der Entscheidung eine kleine Spanierin aufzunehmen: Gedanken über Gedanken. War die Entscheidung verfrüht, so schnell zu handeln ? Haben wir nur so schnell gehandelt, damit uns keiner zuvorkommt? Ist die Belastung mit einem kleinen Kind und zwei Hunden, von denen einer noch nicht einmal stubenrein ist, zu groß ? Wird unser Schröder durch einen süßen kleinen Hund nicht vernachlässigt ? Wird der Hund nicht zu groß (was in ihm steckt ist ja nicht bekannt)? NEIN! Nachdem wir alle diese Fragen mit einem klaren Nein für uns entschieden haben, gibt es für unsere Vorbereitungen kein Halten mehr.

Ganz sensibel hat sich in dieser Situation auch Fr. Flössel verhalten. Sie rief am Vormittag an und fragte, ob wir nach einer Nacht d'rüber schlafen, immer noch der Meinung wären, dass es dieser Hund sein soll. Hierauf konnten wir auch ihr nur mit  einem uneingeschränktem JA antworten. Sicherlich hat sie auch schon schlechte Erfahrungen gesammelt. 

 
17.01.2005

Wir haben Besuch von Freunden (Liebhaber von Rassehunden), denen wir natürlich freudestrahlend von unserer neuen Liebe zu einem „Müllhund oder auch Wegwerfhund“ berichteten (Fr.Flössel berichtete uns, dass Candela einfach weggeworfen wurde). 

Nun kamen die üblichen Fragen:

Warum ein Hund aus Spanien, wo doch unsere Tierheime voll sind? Warum ein Mischling, wo es doch so nette Zuchthunde gibt? usw. In der Zwischenzeit hatten wir von der PAT-Homepage aus Teneriffa Bilder ausdrucken lassen von allen Hunden, die z.Zt. zur Vermittlung standen. Da kam dann direkt die Frage, warum habt ihr euch denn nicht für den oder für den Hund entschieden, der ist doch viel süßer ? 

Wie kann man  diesen Leuten das Gefühl erklären,  welches einen erfasst, wenn man etwas gesehen hat, was in einem einen Gefühlssturm der großen Liebe hervorruft ? Wir haben auf jeden Fall unsere „große Liebe“ gesehen. BASTA !!!

Gedankengang:
Wenn ich das gesamte Elend sehe, mit welcher Tierverachtung die Südeuropäer Tiere behandeln, stelle ich für mich persönlich die Frage, ob ich jemals in solch ein Land reisen möchte. Wahrscheinlich nicht! 

 
18.01.2005

Nun hatten wir noch eine große Hürde zu nehmen. Die Begutachtung durch einen ortsansässigen Tierschützer, der erkunden sollte, ob es unser neuer Hund auch gut bei uns hat. AUFREGUNG! Hoffentlich halten wir den strengen Kriterien stand. Auf was achten die Begutachter? Auf eine saubere Wohnung? Auf genügend Platz? Auf Leute, die den ganzen Tag, rund um die Uhr, für das Tier da sind? Na ja, sollten die mal kommen! Der Termin stand noch nicht fest, aber die Vorbereitungen wurden schon mal getroffen. Staubputzen, putzen, ausräumen – aber – achtet ein Hund auf so etwas, der nur ein nettes ruhiges Hündekörbchen und einen lieben „Dosenöffner“ haben möchte ? NEIN !!!

24.01.2005

Heute soll die Begutachterin kommen. Schade, dass ich nicht dabei bin, denn ich würde gerne noch mehr Information haben wollen. Ich löchere pausenlos mit Fragen: Was macht man hier – und was macht man da ? Haben wir uns eigentlich bei unserem Schröder auch so viele Gedanken gemacht ? 

Vielleicht kommt es daher, weil wir diesem armen Wegwerfhund alles besonders nett machen wollen.

Gedankengang:
Wie ist es mit kleinen Hunden, die niemals die Nähe und das Umsorgen ihrer Mutter und ihrer Geschwister gespürt haben? Wie verhält sich ein kleiner Hund, der niemals Umweltgeräusche wahrgenommen hat ? 

Langsam möchte ich mich auch von dem Begriff Wegwerfhund lösen, denn nach den Geschichten, die ich in der Zwischenzeit gelesen habe und nachdem, was Fr. Flössel meiner Tochter erzählte, wird Candela nun wirklich gut untergebracht, egal ob etwas Staub in der Wohnung liegt und auch erst recht egal ob Kinderspielzeug herumliegt. Das liegt nun mal in der Natur der Sache. Wir wollen nun langsam zur Realität zurück und werden den Hund empfangen, wie einen ganz normalen Hund, der in seine Familie kommt.

Gedankengang:
Trübt nicht allein das Mitleid mit diesem Hund unsere Sinne? Können wir das Elend, was dieser Hund erlebt hat in Normalität umwandeln? Ich hoffe ja, denn er soll gleichberechtigt sein und ganz schnell in unsere Familie integriert werden!

P.S. In der Zwischenzeit haben wir uns Gedanken gemacht über den Namen unserer neuen Freundin. Wir fanden Jule, in der Koseform Julchen, für den kleinen Zwerg netter. Sorry Frau Rossmann, aus Candela wird nun Julchen. NETT !!! An diesem Tag kam die Gutachterin nicht mehr, weil sie einen Unfall hatte. Der ganze Sauberkram umsonst? – EGAL!

25.01.2005

Noch immer kann man sich nicht schützen besonders viel Trallala um den neuen Hund zu machen. Ist auch eigentlich ganz gut, denn wir müssen noch 7 lange Wochen überbrücken. Im Wege steht ein lang erwarteter Familienurlaub, auf den sich jeder gefreut hat. Also bleibt Jule bis Anfang März in Spanien, was natürlich die Vorfreude erhöht, aber die Sehnsucht schmerzlicher werden lässt. 

Also – los in die städtische Bibliothek. Alles was lesenswert ist für die Ankunft eines Welpen oder irgendwas mit der Erziehung eines Junghundes zu tun hat – ab ins Körbchen. Mensch, 14 verschiedene Bücher (z.T. noch entliehen von Hundebesitzern) und mindestens 7 verschiedene Meinungen. Ach was, machen wir es einfach nach Gefühl! Unser Gefühl ist gut – wir werden das Kind (oder besser den Hund) schon schaukeln. Frau Flössel war so lieb, uns neue Bilder von Julchen ins Netz zu stellen. 

Schnell Fotopapier gekauft, Bilder ausgedruckt und in einen Bilderrahmen getan (machen wir nur von wirklich schönen Ereignissen), schnell noch kleinere Bilder  ausgedruckt für die jeweiligen Brieftaschen und für das Büro. SUPER !

 
26.01.2005

Heute ist der große Tag der Begutachtung. Alles läuft glatt – Nun können wir uns auf unser neues Familienmitglied freuen. ENDLICH !!
 

28.01.05

JUCHUUH !!! Die Verträge sind da, schnell zur Bank, die Überweisung tätigen – und nun sind wir endlich neue Hundebesitzer mit sehr viel Freude und Ungeduld.

 
31.01.05

Fressnapf hat Angebote für Hundedecken, Fressnäpfe etc. Wir schnell hin, denn wir brauchen ja alles in doppelter Ausführung (Familienhund). FREUDE!
 

02.02.05

Habe heute eine neue Mail bekommen von Frau Flössel. In Spanien rollt wieder die große Vergiftungswelle. Ach wäre ich doch nur Millionär, ich würde alle Tiere retten wollen. Ich bin leider keiner. SCHADE !!!

Hier nun endet meine kleine Auflistung von der Freude und Erwartung auf die kleine Jule. Ich werde dieses Tagebuch weiterführen, denn Tag für Tag sind meine Gedanken nur bei den Tieren auf Teneriffa (aber auch in anderen Teilen Europas), insbesondere natürlich bei unserer kleinen Freundin, die wir hoffentlich bald in unsere Arme schließen können.

P.S. Ich hatte letztlich einen schönen Traum. Schröder und Jule sind des nachts zu mir ins Bett gesprungen. Ich hatte leider keinen Platz mehr, aber die Hunde waren GLÜCKLICH !!!

 

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