
02.03.05 Wir sind in Urlaub, als das Telefon
ging. Endlich kam die erlösende Nachricht:
12.03.05 ANKUNFTSTAG !!!
Ach, wie gerne hätten wir die kleine Maus schon auf dem Transport begleitet. 13:20. Die Maschine ist planmäßig
gestartet (zum Glück gibt es Internet). Die Ankunftszeit ist
geplant um 18:50 auf dem Köln-Bonner Flughafen. Wir hatten uns um
18:40 mit Frau Müller verabredet.
Nein, es änderte sich zum Glück
nichts. Um 18:52 landete unser großes Glück in Deutschland,
wo ihr auf jeden Fall ein besseres Schicksal widerfährt.
Vor lauter Freude haben wir geweint.
Unsere Finger, zur ersten Kontaktaufnahme durch die Gitterstäbe gesteckt,
die freudig abgeleckt wurden.
An dieser Stelle möchten wir
auch unseren ganz besonderen Dank aussprechen an die Organisation Pro Animal
Tenerife, die uns ununterbrochen unterstützt hat, jede noch so dumme
Frage beantwortet hat, uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Organisation
der ganzen Sache lief jederzeit ganz komplikationslos. Jeder, der
mit der Hundeadoption beschäftigt war (Frau Müller,
die die Organisation auf dem Flughafen managte und die Flugpatin Britta)
waren uns eine große Hilfe – also nochmals herzlichen Dank.
Der Abschied kam. Wir nahmen unseren
kleinen Wonneproppen und legten ihn auf die Rücksitzbank zwischen
meiner Tochter und mir. Ganz entspannt lag die Kleine und ließ sich
von uns streicheln. Man merkte ihr den Genuss so richtig an. Im Auto mussten
wir ununterbrochen niesen, was wohl von dem Flohpuder kam, den Jule reichlich
abgekommen hatte auf Teneriffa. Auch fühlten wir hier und da eine
winzig kleine Zecke. Jule hatte uns schöne Grüße aus Teneriffa
mitgebracht. Ach, was soll´s!
13.03.05 Begegnung mit unserem „Schröder“.
15.03.05
Am Sonntag geht es zum ersten Mal
in die Welpenschule. Wir freuen uns schon sehr darauf. Mal sehen, wie sich
die Kleine dort verhält. Im Juni wollen wir nach Sylt. Auf lange Spaziergänge
und Spiele am Strand freuen wir uns jetzt schon. Vielleicht ist Jule bis
dahin gut erzogen ?
Liebe auf den ersten Blick – ein Traum aus Teneriffa! Die Suche nach einem Zweithund nahm
langsam Gestalt an – aber – woher einen Hund nehmen, der nicht ganz
so groß ist und der vor allen Dingen zu unserem Ersthund und in unsere
Familie passt ? Im Internet ist das Angebot
Unser Wunsch war es, einem armen Tier, welches solche Zuwendungen nicht hat, ein wunderschönes neues Zuhause zu geben. Beim Streifen durchs Internet „Tiere suchen ein zuhause“ sind wir einem Hund begegnet, der uns gedanklich nicht mehr los ließ. Chicha, eine 6 Jahre alte, wuschelige Hündin, die leider im Tierheim Teneriffa gelandet ist, weil die Vorbesitzer sich für ein junges Tier entschieden haben. Unser Mitleid mit diesem Tier war so groß, dass wir ganz kurzentschlossen mit Frau Flössel, Chichas Vermittlerin vom Tierschutzverein Pro Animal Tenerife, Kontakt aufgenommen haben. Frau Flössel riet uns aber von diesem Hund ab, weil die kleine Chicha schlussendlich in eine Familie sollte, wo uneingeschränkt die ganze Aufmerksamkeit zukommt, die sie bisher nicht hatte. Schade, aber sehr verständlich. Sie riet uns, einmal auf die Homepage www.pro-animal-tenerife.de zu gehen. Was da geschah, ist nur mit der großen Liebe auf den ersten Blick zu bezeichnen. Da sahen wir unseren Traumhund, klein, niedlich, wuschelig, etwas wie ein Fuchs aussehend – CANDELA.
Wir wussten sogleich, dieser Hund ist es! Also, wieder Fr.Flössel kontaktiert und unser Interesse bekundet. Nun ging die Überlegung los. Wir sind eine Familie (einschließlich Eltern) mit einer 3,5 jährigen Tochter und einem lieben, wenn auch etwas machohaften Westhighland-White-Terrier, der manchmal etwas dominant ist. Er heißt „Schröder“. Der neue Hund sollte sich also nicht nur mit unserem Enkelkind verstehen (das mit Schröder aufgewachsen ist), sondern auch für unseren Hund ein neuer Spielkamerad sein. Gleichzeitig soll er aber auch mit unseren Kindern klarkommen, die sich in der Woche gerne um den Hund kümmern würden. Kurzum, der Familienrat tagte. Alle waren ohne Einschränkungen dafür, diesem kleinen Wesen ein neues Heim zu geben. Von nun an liefen die Leitungen zwischen Wuppertal und Herscheid heiß und meine Tochter Tatjana wurde sehr aktiv. Mensch, hatten wir Fragen! Aber die Hauptsache war, wir hatten die Option auf Candela. Unsere Freude war so groß. Dieses Gefühl können wir nur mit dem Verliebtsein vergleichen: „FLUGZEUGE IM BAUCH“ !!!
Die erste Nacht nach der Entscheidung eine kleine Spanierin aufzunehmen: Gedanken über Gedanken. War die Entscheidung verfrüht, so schnell zu handeln ? Haben wir nur so schnell gehandelt, damit uns keiner zuvorkommt? Ist die Belastung mit einem kleinen Kind und zwei Hunden, von denen einer noch nicht einmal stubenrein ist, zu groß ? Wird unser Schröder durch einen süßen kleinen Hund nicht vernachlässigt ? Wird der Hund nicht zu groß (was in ihm steckt ist ja nicht bekannt)? NEIN! Nachdem wir alle diese Fragen mit einem klaren Nein für uns entschieden haben, gibt es für unsere Vorbereitungen kein Halten mehr. Ganz sensibel hat sich in dieser Situation auch Fr. Flössel verhalten. Sie rief am Vormittag an und fragte, ob wir nach einer Nacht d'rüber schlafen, immer noch der Meinung wären, dass es dieser Hund sein soll. Hierauf konnten wir auch ihr nur mit einem uneingeschränktem JA antworten. Sicherlich hat sie auch schon schlechte Erfahrungen gesammelt.
Wir haben Besuch von Freunden (Liebhaber von Rassehunden), denen wir natürlich freudestrahlend von unserer neuen Liebe zu einem „Müllhund oder auch Wegwerfhund“ berichteten (Fr.Flössel berichtete uns, dass Candela einfach weggeworfen wurde). Nun kamen die üblichen Fragen: Warum ein Hund aus Spanien, wo doch unsere Tierheime voll sind? Warum ein Mischling, wo es doch so nette Zuchthunde gibt? usw. In der Zwischenzeit hatten wir von der PAT-Homepage aus Teneriffa Bilder ausdrucken lassen von allen Hunden, die z.Zt. zur Vermittlung standen. Da kam dann direkt die Frage, warum habt ihr euch denn nicht für den oder für den Hund entschieden, der ist doch viel süßer ? Wie kann man diesen Leuten das Gefühl erklären, welches einen erfasst, wenn man etwas gesehen hat, was in einem einen Gefühlssturm der großen Liebe hervorruft ? Wir haben auf jeden Fall unsere „große Liebe“ gesehen. BASTA !!! Gedankengang:
Nun hatten wir noch eine große Hürde zu nehmen. Die Begutachtung durch einen ortsansässigen Tierschützer, der erkunden sollte, ob es unser neuer Hund auch gut bei uns hat. AUFREGUNG! Hoffentlich halten wir den strengen Kriterien stand. Auf was achten die Begutachter? Auf eine saubere Wohnung? Auf genügend Platz? Auf Leute, die den ganzen Tag, rund um die Uhr, für das Tier da sind? Na ja, sollten die mal kommen! Der Termin stand noch nicht fest, aber die Vorbereitungen wurden schon mal getroffen. Staubputzen, putzen, ausräumen – aber – achtet ein Hund auf so etwas, der nur ein nettes ruhiges Hündekörbchen und einen lieben „Dosenöffner“ haben möchte ? NEIN !!! 24.01.2005 Heute soll die Begutachterin kommen. Schade, dass ich nicht dabei bin, denn ich würde gerne noch mehr Information haben wollen. Ich löchere pausenlos mit Fragen: Was macht man hier – und was macht man da ? Haben wir uns eigentlich bei unserem Schröder auch so viele Gedanken gemacht ? Vielleicht kommt es daher, weil wir diesem armen Wegwerfhund alles besonders nett machen wollen. Gedankengang:
Langsam möchte ich mich auch von dem Begriff Wegwerfhund lösen, denn nach den Geschichten, die ich in der Zwischenzeit gelesen habe und nachdem, was Fr. Flössel meiner Tochter erzählte, wird Candela nun wirklich gut untergebracht, egal ob etwas Staub in der Wohnung liegt und auch erst recht egal ob Kinderspielzeug herumliegt. Das liegt nun mal in der Natur der Sache. Wir wollen nun langsam zur Realität zurück und werden den Hund empfangen, wie einen ganz normalen Hund, der in seine Familie kommt. Gedankengang:
P.S. In der Zwischenzeit haben wir uns Gedanken gemacht über den Namen unserer neuen Freundin. Wir fanden Jule, in der Koseform Julchen, für den kleinen Zwerg netter. Sorry Frau Rossmann, aus Candela wird nun Julchen. NETT !!! An diesem Tag kam die Gutachterin nicht mehr, weil sie einen Unfall hatte. Der ganze Sauberkram umsonst? – EGAL! 25.01.2005 Noch immer kann man sich nicht schützen besonders viel Trallala um den neuen Hund zu machen. Ist auch eigentlich ganz gut, denn wir müssen noch 7 lange Wochen überbrücken. Im Wege steht ein lang erwarteter Familienurlaub, auf den sich jeder gefreut hat. Also bleibt Jule bis Anfang März in Spanien, was natürlich die Vorfreude erhöht, aber die Sehnsucht schmerzlicher werden lässt. Also – los in die städtische Bibliothek. Alles was lesenswert ist für die Ankunft eines Welpen oder irgendwas mit der Erziehung eines Junghundes zu tun hat – ab ins Körbchen. Mensch, 14 verschiedene Bücher (z.T. noch entliehen von Hundebesitzern) und mindestens 7 verschiedene Meinungen. Ach was, machen wir es einfach nach Gefühl! Unser Gefühl ist gut – wir werden das Kind (oder besser den Hund) schon schaukeln. Frau Flössel war so lieb, uns neue Bilder von Julchen ins Netz zu stellen.
Schnell Fotopapier gekauft, Bilder ausgedruckt und in einen Bilderrahmen getan (machen wir nur von wirklich schönen Ereignissen), schnell noch kleinere Bilder ausgedruckt für die jeweiligen Brieftaschen und für das Büro. SUPER !
Heute ist der große Tag der
Begutachtung. Alles läuft glatt – Nun können wir uns auf unser
neues Familienmitglied freuen. ENDLICH !!
28.01.05 JUCHUUH !!! Die Verträge sind da, schnell zur Bank, die Überweisung tätigen – und nun sind wir endlich neue Hundebesitzer mit sehr viel Freude und Ungeduld.
Fressnapf hat Angebote für Hundedecken,
Fressnäpfe etc. Wir schnell hin, denn wir brauchen ja alles in doppelter
Ausführung (Familienhund). FREUDE!
02.02.05 Habe heute eine neue Mail bekommen von Frau Flössel. In Spanien rollt wieder die große Vergiftungswelle. Ach wäre ich doch nur Millionär, ich würde alle Tiere retten wollen. Ich bin leider keiner. SCHADE !!! Hier nun endet meine kleine Auflistung von der Freude und Erwartung auf die kleine Jule. Ich werde dieses Tagebuch weiterführen, denn Tag für Tag sind meine Gedanken nur bei den Tieren auf Teneriffa (aber auch in anderen Teilen Europas), insbesondere natürlich bei unserer kleinen Freundin, die wir hoffentlich bald in unsere Arme schließen können. P.S. Ich hatte letztlich einen schönen Traum. Schröder und Jule sind des nachts zu mir ins Bett gesprungen. Ich hatte leider keinen Platz mehr, aber die Hunde waren GLÜCKLICH !!!
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