16. September 2006:

Hallo Frau Floessel!

Soeben sind wir aus unserem Camping-Wanderurlaub nach Hause gekommen. Wir hatten einen wunderschönen und sonnigen Urlaub mit Chio in Nenzing. Der Campingplatz ist ausgesprochen hundefreundlich, man kann eine Hundewanderplakette erwandern und es gibt sogar eine Hundedusche. Zu den geführten Wanderungen darf man gerne seinen Hund mitnehmen! Ein paar  Tage vor dem Urlaub schickte Frau Weinhart , die unseren Chio damals aufgelesen hat , die furchtbaren Fotos von der Vergiftung des Rudels aus Chio zu. Die Mutlosigkeit von Frau Roßmann und aller anderen Helfer und das Schicksal der Hunde sind uns allen hier sehr nahe gegangen. Um Sie etwas aufzumuntern , schicke ich Ihnen ein paar Fotos von Chio im Urlaub. Dazu gibt es noch eine nette , kleine Geschichte vom letzten Urlaubstag: 

Wir waren mit Chio an einem unteren Bachlauf mit großem Geröllfeld und haben
ihn zwecks Fotos von der Leine genommen. 15 Minuten stand er mir auch gerne als Fotomodell zur Verfügung. Dann allerdings hob er seine Nase in die Luft und schon war er auch weg ... Oh Schreck!!! Mein Mann ist ihm dann gefolgt bis in das angrenzende Dorf, ich habe vom Bachlauf aus laut nach ihm gerufen . Verflixt nochmal, was macht man sich da für Sorgen - nach 10 Minuten kam er wieder... und trug ein Huhn im Maul!!! Er schmiss es vor mich hin auf den Boden und rupfte dem armen Tier drei, vier Federn vom Rücken. Ich schwöre, er hatte einen verschmitzt grinsenden Gesichtsausdruck, so als wolle er mir sagen: so wird Futter besorgt .

Ich konnte nicht schimpfen, zumal das arme Huhn offensichtlich noch lebte
und nur unter Schock stand. Also hab ich erstmal kommentarlos den Hund festgemacht , froh dass ihn kein Bauer erschlagen hat und rief laut nach meinem Mann. Als Antwort kam von oben , aus dem Wald : He Sie !!! Ihr Hund hot a Huhn gstohln !!! Es war der Nachbar vom Huhnbesitzer , der den Diebstahl beobachtet hat und sich große Sorgen machte , dass sein Nachbar , der Huhnbesitzer , des Nachbarn  Hund für den Hühnerdieb halten würde ! Da hat es wohl in der Vergangenheit mehrere Vorfälle gegeben . Erstaunlicherweis hat Chio dem Huhn keinen Kratzer zugefügt - fürs Zubereiten ist wohl sein Frauchen zuständig ! Wir haben das Huhn dann wieder in sein Gehege gebracht . Mein Mann meinte dann noch , dass unser Hund im Krieg wirklich zu gebrauchen wäre, Um`s Verhungern müßten wir uns nicht sorgen... Das letzte Foto ist von  Molly und Chio . Molly , der Hund meiner Mutter, freut sich , dass Chio wieder zu Hause ist .

Viele liebe Grüße an alle
Ria V. mit Chio

  


29. Juli 2006:

Sommergrüße schickt uns Chio

07. März 2006:

Hallo Frau Flössel!

Da ich leider einen Virus auf dem Computer hatte schicke ihnen die Fotos über die EMail-Adresse meiner Tochter.

Hier läuft alles bestens. Die Fotos sind von Chio im im verschneiten Garten und am Stall mit meiner Tochter Svenja.

Mit den Tieren hat er kein Problem, allerdings besteht ein reges Interesse an allem was fliegt, inklusive Hühner.

Werde mich demnächst ausführlicher wieder melden.

Mit freundlichen Grüßen

Ria V.





Chio, der schlaue Fuchs vom Niederrhein...

Eine tierliebe und tatkräftige Dame brachte den von ihr aufgelesenen Welpen in unsere Finca. 
In der Nähe eines Aussichts- und Rastplatzes, der CHIO heisst und dessen Namen er nun trägt, streunte er in der vagen Hoffnung, etwas Essbares und nette Gesellschaft zu finden. Das alles gab´s fortan in Hülle und Fülle...

In unserem bunten Rudel fand er schnell neue Freunde, die alles mit ihm teilten. Und er bedankte sich dafür mit Freundlichkeit und Frohsinn. Chio entpuppte sich als Goldstück auf vier Pfoten und wir hofften auf die passenden menschlichen Gegenstücke. In der Zwischenzeit wuchs er vom tappsigen Welpen zum eleganten, ausgeglichenen Junghund heran,  wurde mit jedem Tag schöner und ausdrucksvoller. 

Leider bekamen wir nur Anfragen von kurzsichtigen und oberflächlichen Menschen, die ihm entweder als Spielzeug oder Wachhund eine Anstellung boten, ja das kam ja gar nicht in die Tüte!!

Was lange währt, wird dann umso besser, und sie kamen hereingeschneit, diese Menschen mit dem passenden goldenen Herzen. 

Familie V. vom Niederrhein hatte sehr plötzlich den geliebten Jano verloren und das Haus war so leer... und Chio sah dem schönen Jano wirklich ähnlich... 


Es gibt keinen Ersatz... 
Nur den Platz...
In meinem Herz...
Er ist leer...
Bis er sich mit Liebe wieder füllt.

Für uns war von Anfang an klar, DAS ist Chios neues Zuhause! Jetzt hiess es nur noch schnell den passenden Flug nach Düsseldorf finden, derweil Familie V. in (relativer) Ruhe und (immenser) Vorfreude und Spannung in den lang geplanten Wintersport abreiste. Und wie es dann so geht, auf einmal überschlagen sich die Ereignisse, Flugpate in Sicht, Ankunft genau an dem Tag, der als Abreise aus dem Winterurlaub angesagt ist! Es folgten einige hektische Telefonate zu und von der Skipiste, dann war alles geritzt. 

Unser Ehemaliger Poldi liess es sich nicht nehmen, seinen Freund Chio persönlich am Flughafen Teneriffa zu verabschieden, bevor es dann auf die weite Reise über den Ozean ging...

Die gespannten Hundeeltern warteten dann am sehr späten Freitagabend am Flughafen Düsseldorf auf IHREN Chio!! Während des Wartens auf die Landung sprechen wir noch einmal darüber, wie verrückt Menschen sein müssen, die sich nur über ein Foto für ein Tier entscheiden und dann zu nachtschlafener Zeit sich an so einem hektischen Ort die Beine in den Bauch stehen. Aber es sind genau diese Menschen, die wir so mögen, die noch Dinge ver-rücken können und die Welt und ihre Tiere mit anderen Augen betrachten.

Und die Freude war auf beiden Seiten riesengross!

In den letzten Tagen kamen schon ausführliche Berichte und Fotos ins Haus. Chio hat gleich die erste Nacht „händchenhaltend“ mit Frauchen im Schlafzimmer verbracht ...

... und ist mittlerweile zum Superhirn gereift. Wenn man nämlich an der komischen Schnur von diesem Krachmacher (auch Staubsauger genannt) zieht, dann hört er auf zu heulen. Und wenn man dieses schreckliche Korsett (die nennen es Geschirr) im Körbchen unter dem Kissen versteckt, muss man es auch nicht anziehen, sondern bekommt das Halsband umgeschnallt. Shoppen war Chio auch schon und durfte sich ein Plastikhuhn in den Einkaufskorb legen. Alle seine neuen Schätze (Kauknochen, Zerreißtuch, Tennisball, Futterball) werden sorgfältigst im Körbchen versteckt. 

Aber es ist noch genügend Zeit für schöpferische Pausen, in denen man in aller Ruhe an neuen genialen Ideen arbeiten kann...

...und auf die sind wir besonders gespannt, hoffentlich bis bald, du schöner, schlauer Chio!
 

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