....sein ‚Zuhause’ ist der Eingang eines Supermarktes in dem kleinen Örtchen St. Ursula – hier sitzt er Tag ein Tag aus und beobachtet das Kommen und Gehen der Menschen … hoffnungsvoll jeden Tag, ob etwas Futter für ihn abfällt, hoffnungsvoll, ob ihn vielleicht irgendwann einmal jemand mitnimmt und ihm ein zuhause schenkt … so dankbar über diese oder jene streichelnde Hand eines Menschen, der sich ein oder zwei Minuten Zeit für ihn nimmt. Ist der Supermarkt jedoch geschlossen, ist Julio allein, dreht einsam ein paar kleine Runden in seinem Revier, dem Parkplatzgelände, um schlussendlich wieder zu seinem Hauseingang zurückzukehren und zu warten, bis die Menschen wieder kommen.

Auch die Angestellten im Supermarkt sind inzwischen auf Julio aufmerksam geworden und so findet der kleine Kerl einen Freund in einem spanischen Mitarbeiter, der ihm nach seinen Möglichkeiten dann und wann zu fressen gibt. Schließlich wird eine Tierfreundin auf ihn aufmerksam, die ihn fortan erst einmal regelmäßig füttert und wenig später unseren Verein kontaktiert mit der Bitte, diesem kleinen Kerl doch zu einem Zuhause zu verhelfen. Dies ist der Zeitpunkt, wo Julios hoffnungsloser Kreislauf endlich unterbrochen werden kann. 

Susanna holt Julio in St. Ursula ab und bringt ihn auf unsere Finca. Nach dem obligatorischen Klinikaufenthalt zwecks Kastration, Impfen und Mittelmeertests, beginnt dann auch für ihn die Suche nach einem richtigen Zuhause…

Ein viel versprechendes Wohnungsangebot bekommt Julio dann aus dem Emsland von Familie May und da Julio nach seiner Rettung ohnehin gerne ungeteilte Aufmerksam genießt, ist ein Platz als Einzelhund ideal für ihn – das ideale Verwöhnzuhause ist gefunden! 

Im September 2006 macht Herr May sich auf den langen Weg aus dem Emsland Richtung Düsseldorf, um das neue Familienmitglied auf vier Pfoten am Flughafen willkommen zu heißen und nach Hause zu holen. 

Die Freude im Hause May ist riesig, kann jedoch leider erst einmal nicht lange genossen werden und wird überschattet von einem schlimmen Unfall des Sohnes,  was Familie May jedoch keinesfalls dazu bewegen würde, den kleinen Kerl an uns zurückzugeben (was wir in Anbetracht der Umstände absolut verstanden hätten) und so ziehen wir den Hut vor einer Familie, die viele Tage kummervoll am Bett ihres Sohnes im Krankenhaus wacht und in der verbleibenden Zeit noch so viel Liebe an einen kleinen Hund  zu verschenken hat, der gerade in den ersten Tagen noch so viel Aufmerksamkeit fordert. Auch Julio verschenkt sein Herz – sein kleines Frauchen Daniela hat es im Sturm erobert. Gott sei Dank kommt dann kurze Zeit später Entwarnung aus dem Emsland, der Sohn ist über den Berg und kann einige Tage später dann endlich das Krankenhaus wieder verlassen … von nun an haben alle ganz viel Zeit für Julio und der genießt die Liebe und Fürsorge seiner jetzt wieder kompletten Familie in vollen Zügen! 

DANKE, liebe Familie May – könnte Julio sprechen, würde er uns sicher bestätigen, dass sich das Warten auf die richtigen Menschen auf jeden Fall lohnt!!!!

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