Millie

05. Juni 2010

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01. Mai 2010

 

Hallo ihr Lieben!

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Ich wollte mal kurz Laut geben und berichten, dass ich hier echt gut aufgehoben bin. Meine Leute und ich sind ein super Team und alle geben sich die größte Mühe, mir den Hundehimmel auf Erden zu bereiten.

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Dazu muss ich sagen, dass ich es ihnen aber auch echt leicht mache. Von Anfang an hab ich eigentlich alles richtig gemacht. Ich hab sie alle gern, meine Familie! Aber ich muss sagen, dass SIE, mein Frauchen, schon auf der Liste ganz oben steht. Aber SIE kenne ich auch am längsten und SIE war schließlich die Erste, der ich aus der Falle, in der ich saß, entgegen blickte. Sie holte mich dort raus und da hat´s  in meinem Kopf schon klick gemacht. Auf Elkes Finca, meiner vorläufigen Erholoase, habe ich dann alles drangesetzt um SIE auf mich aufmerksam zu machen. 

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Wenn SIE durch meinen Auslauf ging, hab ich mich noch schlanker gemacht, als ich schon war und hab mich durch den klitzekleinsten Türspalt hinter ihr her gequetscht. Hat mir zunächst nix genutzt, denn ich wurde jedes Mal wieder zurück befördert. Schließlich aber zahlte sich meine Hartnäckigkeit aus, denn SIE kam immer mehr ins Grübeln. Einmal kamen Leute auf die Finca und wollten sich nach einem Hund umschauen und Elke, die von unserer heimlichen Liebe noch nichts wusste, sagte zu IHR, „Zeig ihnen mal die Milla, das ist doch ein toller Hund“. Da ist IHR ganz flau im Magen geworden und im Kopf hatte SIE mindestens 5 Gegenargumente parat, hätten die Leute Interesse an mir bekundet.

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Ja, da keimten, ohne dass SIE es wollte, schon die ersten Besitzansprüche auf.

Die Nächte für SIE wurden immer kürzer, denn es waren wichtige Entscheidungen zu treffen, wer kann da schon schlafen?!?

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Also ICH hab wunderbar geschlafen, denn ICH hatte das schon im Gespür, dass da große und vor allem schöne Dinge auf mich zu kamen. IHRE nächtlichen Überlegungen weiteten sich längst auch auf die Tage aus, mit dem Ergebnis, dass es nur noch die eine Möglichkeit gab: Milla, also ICH, muss mit. Keine Heimreise ohne Milla! An dieser Stelle noch mal ein riesen Dankeschön an alle, die diese, doch recht kurzfristige Entscheidung mit getragen, und die Ausreise gemanagt haben. Elke, du bist wunderbar, dich bringt so schnell nichts aus der Fassung, die Dinge werden spontan, souverän und mit Übersicht erledigt.  Bettina, du hast sicher unsere Jubelschreie gehört, als du Elke übers Handy mitteiltest, dass du ein Plätzchen im Flieger organisieren konntest.

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Mittelmeercheck, Kastration samt unkomplizierter Heilung der Wunde: kein Problem, wurde mal eben nebenbei erledigt.

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Mein Flug nach Deutschland war aufregend und dort angekommen ging es schon damit los, dass ich am Morgen nach meiner Ankunft in Deutschland einen Zahnarzttermin hatte. Besser gesagt SIE, mein Frauchen. Und da ich erst ganze 9 Stunden in diesem fremden Land weilte und Frauli mich nicht gleich allein zu Hause lassen wollte, hab ich sie eben begleitet und mich ganz relaxt zu ihren Füßen niedergelegt. Da waren schon mal alle platt, da man nicht davon ausgehen kann, dass Zahnarztbesuche in meinem früheren Leben zum Alltag gehörten.

Aber es geht natürlich weiter:

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Bei Hundebegegnungen jeglicher Art (Katzen mag ich aber auch) bin ich nett zu allen, spiele für mein Leben gern, bringe Hunde in Spiellaune, (die sonst gelangweilt vor sich hintrotten) und die Menschen zum Lächeln. Während ich Haken schlagend über die Felder fliege steht SIE mit verklärtem Blick dabei und ist begeistert über so viel Lebensfreude. Meine gute Laune ist ansteckend, ich bin an allem interessiert, freu mich über alles und jeden und Frauchen muss immer eine Menge Fragen über mich beantworten.

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Die Leute von der Hundeschule bescheinigen mir ein ausgezeichnetes Sozialverhalten, gepaart mit schneller Auffassungsgabe und großem Lerneifer.

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Ich habe ein zartes Gemüt und bin mit ganz leisen Tönen zu händeln. Im Haus bin ich ruhig und ausgeglichen. Verbringe die meiste Zeit, meinen Kopf auf den verknoteten Beinen ruhend, und von der Hundewiese träumend, auf der Couch. Und wenn meine Leute vom Futter verdienen heimkommen, schaue ich ihnen mit Schlafaugen entgegen und war in ihrer Abwesenheit im Land der Träume. Alles ist unversehrt, nix zerbissen oder geklaut. (Außer ein Mal, da hab ich mir ein Päckchen Butter einverleibt, das war lecker.) Nachts schlafe ich im Bett, aber ich mache mich klein und störe andere nicht beim Schlafen.

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Bevor ich hier einzog, lebte ein anderer Hund hier und alles roch noch nach ihm. Er war ganz anders als ich aber auch er war für meine Leute etwas ganz besonderes. Er wurde ganz plötzlich sehr krank und musste über die Regenbogenbrücke gehen. SIE kriegt manchmal noch so feuchte Augen, wenn sie an ihn denkt. Sie sagen, das heißt Trauer, und dass das dazu gehört, wenn man jemand ganz besonderen verliert und so sehr vermisst. Wenn ich bemerke, dass diese Trauer wieder da ist, wisst ihr, was ich dann mache? Ich schaue sie an und wisst ihr, was SIE dann macht?

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SIE LÄCHELT!

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Das Leben ist schön! Pfote drauf!

Eure Milla

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01. April 2010

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Milla und Kerstin

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Anfang März reiste Kerstin aus Berlin wieder zum Einsatz auf die PAT Finca… mit schwerem Herzen. Wenige Tage vor ihrer Abreise nach Teneriffa musste sie ihren geliebten kleinen Vierbeiner für immer verabschieden… Die Arbeit auf der Finca lenkt ab und Kerstin lässt sich nichts anmerken, ist wie immer mit vollem Einsatz dabei.

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So auch eines Tages in den Bergen, als sie mit Elke eine ausgesetzte Hündin rettet. Sie wird auf den Namen Milla getauft.

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Und der Himmel scheint seine Finger im Spiel zu haben, denn Milla lässt Kerstins Herz wieder flattern…

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Kurz vor der Abreise schreit es in ihr: Milla soll mit!! Irgendwie muss es klappen, und mit ein bisschen Glück und schneller Hilfe einer tierlieben Dame von einer ebenso tierlieben Airline ist alles geritzt: Milla steigt zusammen mit Kerstin in den Flieger in ein neues gemeinsames Leben. Und wir freuen uns natürlich ganz besonders, dass ein so lieber Mensch wie unsere Kerstin mit einem unserer Waldhunde wieder glücklich ist. Und bestimmt gibt es am Himmel noch einen kleinen glücklichen Stern, der auf beide herunterlächelt und sich freut, dass sein Platz mit einem anderen (ehemals) armen Würmchen wieder gut besetzt ist.

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Kerstins erste Mail lässt auch unsere Herzen höher schlagen und wir möchten noch viele von dieser Art lesen dürfen:

 

Elke, die Milla ist so sensationell im Verhalten, ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass sie es uns so leicht macht.

Woher weiß sie das alles, wieso macht sie alles richtig? Das ist wohl wirklich Telepathie. Wir sind wirklich sehr, sehr glücklich, dass sie bei uns ist und sie zeigt uns 24 Std. am Tag, dass sie es auch ist.

Herzliche Grüße erstmal und einen dicken Pfotengruß von Kerstin und Milla

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