05. März 2006:

Rocco erlebt seinen ersten Schnee ....



Rocco, der unfreiwillige Abenteurer

Ein kleiner Welpe, allein als einzig Überlebender in einer Felshöhle hoch in den Bergen Teneriffas, eine Rettung in letzter Sekunde und ein Happy-End in Deutschland, das wäre wohl die Kurzfassung von Roccos ersten Lebenswochen, die wir auf die Rückseite seines Romans geschrieben hätten. Dazwischen liegen aber noch einige eindrucksvolle Fotos und ein wirkliches Abenteuer ...

Roccos Grossfamilie, zu der ca. 10 bis 12 Verwandte im weitesten Sinne gehören, lebte wild und ungeschützt auf ca. 2000 Meter Höhe. Sie befanden sich meist in der Nähe eines Rastplatzes, wo wir ihnen regelmässig Futter und Wasser brachten. Eines Tages waren dann 2 Hündinnen nicht mehr zu sehen, wir vermuteten, dass sie irgendwo ihren Nachwuchs versteckt hatten. Leider war es ausgerechnet  bei diesen beiden noch nicht gelungen, sie einzufangen und kastrieren zu lassen. So machten wir uns an mehreren Tagen hintereinander auf die Suche nach ihrer bestens getarnten Kinderstube, leider ohne Erfolg. Erst als uns zwei ausgebildete Suchhunde begleiteten, konnten wir eine Höhle in einem sehr entlegenen und unwegsamen Gelände ausfindig machen. Aufgeregt schnüffelten die beiden Supernasen an einem Felsen, der die Sicht auf eine tiefe Spalte freigab. 

Es war kein schöner Anblick, 1 Welpe lag verendet vor dem Eingang, leider waren wir zu spät...aber dann kamen doch noch zarte wimmernde Geräusche aus der Tiefe des Gesteins und nach einer regelrechten Angelaktion mit eingezogenem Bauch konnten wir einen verschreckten ganz kleinen Welpen vorsichtig ans Tageslicht schaffen. Das war aber allerhöchste Eisenbahn!! Er hätte nicht mehr lange überleben können, zumal die Mutter zu diesem Zeitpunkt auch schon nicht mehr lebte, wie wir einige Wochen später erschüttert feststellten mussten. 

Der Kleine bekam den Namen Rocco und schnell wurde aus ihm in unserer Finca unter gleichaltrigen Spielgefährten ein zutraulicher liebenswerter Bursche. 

Sein Foto war erst wenige Stunden im Internet als der Interessenten-Tsunami einsetzte! An vorderster Front Familie S. aus Süddeutschland mit ihrer lieben spanischen Hündin, die dann für uns auch die uneingeschränkten Favoriten wurden. Jetzt hiess es nur noch geduldig warten, denn für eine Ausreise war das kleine Knopfauge noch zu klein. Die Wartezeit wurde lang und länger und wie uns Herr S. berichtete auch die Angst seiner Frau, dass Rocco als Riesenbaby in Deutschland ankommen würde. So berichtete er uns, dass überproportional zur Wartezeit Roccos Grösse in Richtung Kleinpferd ging. Er machte sich schon Gedanken, woher er wohl einen Pferdetransporter organisieren könnte um Rocco vom Flughafen abzuholen. (Aber wie wir Sie kennen, liebe Familie S, wäre Ihnen das auch noch ein Leichtes gewesen...).

Ja und dann war der lang ersehnte Tag gekommen, es ging los Richtung Flughafen Stuttgart um endlich den süssen kleinen? Rocco in die Arme zu schliessen. Beim ersten Blick in die Transportbox hörte Herr S. erleichtert den entzückten Ausruf seiner Frau: das ist ja noch ein Baby!...also war die Rückreise auch ohne Grosstieranhänger in trockenen Tüchern ....

In den letzten Tagen und Wochen haben wir so schöne Fotos von Roccos Familie bekommen, die wir euch hier unkommentiert zeigen. Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen, ausser vielleicht noch ein 

RIESENDANKE aus vollem Herzen an Roccos liebe Menschen und seine noch liebere grosse „Schwester“!

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