Sancho

 

Liebe Nadja,

 

jetzt, da ich mich gut bei meiner Familie eingelebt habe, möchte ich Dir gerne von meinen Erlebnissen erzählen.

 

Geboren wurde ich auf Teneriffa. Ich habe noch 3 Geschwister, 2 Brüder mit Namen Santos und Satoro und eine Schwester mit Namen Sally. Unsere Mutter Sula (sie heißt jetzt Lilli) hat uns - so gut es ging - versorgt. Eines Tages fand uns Elke Rossmann die es sich zur Aufgabe gemacht hat meinen ganzen Kumpels und mir zu helfen und damit begann unsere glückliche Zeit.

 

Nachdem wir bei Elke ankamen wurden wir erst einmal alle fotografiert, geimpft, entwurmt etc. Das war nicht gerade schön aber Elke sagte, das muss sein, damit es uns gut geht. Die Bilder die Elke von uns gemacht hat stellte sie in so einen komischen Kasten rein.

 

 

 Elke sagt: damit kann man sich unterhalten. Sie nennt dieses Ding Computer. Komisch, ich kann mich mit diesem Computer nicht unterhalten und ich verstehe ihn überhaupt nicht. Vielleicht spricht der auch kein Spanisch. Na, egal.... Hauptsache Elke versteht ihn. Das tut sie jedenfalls, denn Elke kann nicht nur Spanisch, sondern auch Deutsch und Englisch - glaube ich................ denn eines Tages sagte mir Elke, dass ich nach Deutschland fliege. Dort wäre eine liebe Frau mit ihrem Freund und drei Hunden, die ebenfalls - wie ich - aus Teneriffa sind. Jetzt möchte diese Frau noch einen Hund.

 

IHRE WAHL FIEL AUF MICH.

 

Mann bin ich stolz. Ich wusste zwar nicht was Deutschland ist, aber ich war wahnsinnig aufgeregt. Schnell lief ich zu meinen Geschwistern und Kumpels und erzählte ihnen davon. Elke sagt dazu, sie hätte mich vermittelt.

 

Da unsere liebe Nadja bei Elke mal 1 Woche Urlaub machte, musste sie ja irgendwann wieder nach Hause und sie versprach, mich mit nach Deutschland zu nehmen. Am 16.12.2007 war es dann endlich soweit. 

 

 

Wir fuhren morgens ziemlich früh zu einem großen Gebäude. Die Menschen nennen es Flughafen. Dort sind ganz viele große Vögel, die ich sonst nur in der Luft oder auf den Bäumen gesehen habe. Komisch ist es auch, dass man in diese Vögel rein gehen kann............. dort sitzt man dann in dem Bauch der Vögel und die bringen einen dann nach Deutschland. Auf diesem Flughafen waren ganz viele Menschen und die fanden mich alle ganz süß. (wie immer). Nadja hatte eine schöne rote Tasche für mich mitgenommen wo ich super drin schlafen konnte. Das habe ich natürlich voll ausgenutzt. War ja schon mächtig viel los gewesen. Vor allen Dingen musste ich ja fit sein wenn ich bei meiner neuen Familie ankomme. Ich wusste ja, dass dort auch 3 GROSSE HUNDE auf mich warteten. Ein bisschen Angst hatte ich ja doch, aber ich kann ja schnell laufen...........

 

Als wir dann in Deutschland ankamen musste wir erst auf Nadjas Koffer warten. Dann war es endlich soweit und wir konnten Ausschau nach meiner neuen Familie halten. Als erstes kam der Papi von Nadja, man hat der sich gefreut die Nadja wiederzusehen. Richtig toll. Dann sahen wir sie, bzw. sie sahen uns. Eine Frau kam zusammen mit ihrer Tochter, einem großen Korb an der Hand in dem ein kuscheliges Handtuch lag auf uns zu. Dies konnte nur mein neues Frauchen sein. Ja, sie war es. Sie nahm mich sofort auf den Arm und kuschelte mit mir. 

 

Boh, ist das schön. Nadja hatte das im Flugzeug auch mit mir gemacht. Ich habe mich gleich richtig wohl gefühlt. Jessica - das ist die Tochter von Frauchen - hat auch erst mal ne Runde mit mir gekuschelt. Auch toll. Wenn das so weitergeht kann ich nur sagen, KUMPELS KOMMT ALLE NACH DEUTSCHLAND.

 

Dann machte Nadja noch ein paar Fotos von uns allen und ich musste mich von Nadja verabschieden. Das war so schade, denn sie war doch auch soooo liiiiiieeeeeeeeeb zu mir. Aber alles kann man nicht haben. Diesen Satz hatte ich irgendwo mal gehört. Ich weiß zwar nicht genau was er bedeutet, aber ich glaube er passt ganz gut in meine Geschichte rein.

 

Zuhause warteten ja schon Herrchen und meine neuen Kumpel. Nun ging es ganz schnell zum Auto und da es bitterkalt war, hatte mich Frauchen in das kuschelige Handtuch eingewickelt. Mann, so weich habe ich noch nie gelegen. Ich hatte jetzt schon alle so sehr in mein Herz geschlossen.

 

Auf der Fahrt nach Hattingen habe ich noch ein kleines Nickerchen gemacht, da ja alles so aufregend war. Dann war es wieder mal soweit. Wir waren zuhause angekommen und ich lernte Herrchen kennen. Da hatte ich doch glatt den nächsten, der mit mir kuschelte. Wenn das so weiter geht, habe ich ja gar keine Zeit mehr mit meinen Kumpels zu spielen. Das hätte ich wohl nicht denken sollen, denn nun setzte mich Herrchen auf den Boden und ich sah ihn....... ENRICO. Mensch Meier, ist der groß. Dann lernte ich noch ALLEGRO und COLLINE kennen. Nun hatte ich wirklich Muffensausen. 3 so große Kumpels die mich an allen Stellen beschnupperten. Ich dachte nur, hoffentlich sind die alle satt. Jetzt zitterte ich wie Espenlaub teils vor Angst und Aufregung und teils vor Kälte. Nun nahm mich Frauchen doch wieder hoch und zeigte mir meine Körbchen. Kinders.... ich habe 3 Körbchen für mich alleine. Ist das nicht toll. Eins steht im Schlafzimmer, eins in der Wohnküche und eins im Büro. Alle drei für mich.

 

Abends kam dann auch noch die OMA und das Kuscheln ging weiter. Zu Christiane - das ist die Tochter von Herrchen - mussten wir auch noch gehen. Dort ging die Kuschelei dann auch wieder los. Mann, das kann einem aber auch langsam zuviel werden. Aber die Christiane hat auch zwei Hunde. Dies sind Möpse und sie heißen Miss Elly und Allegria. Allegria ist die Tochter von Miss Elly. Mit denen kann man aber super toll spielen.

 

Als wir endlich wieder zuhause waren, versuchte ich die erste Annäherung an meine neuen Kumpels. War keine so gute Idee. Colline ließ mich links liegen, sie konnte wohl nichts mit so einem kleinen Knirps anfangen und Allegro knurrte und kläffte mich nur an. Na dann, versuchen wir es später mal.

 

An den nächsten Tagen passierte nicht allzu viel. Ich spielte ein wenig mit Enrico und inspizierte den Garten und die nähere Umgebung.

 

Leider musste ich - sobald es raus ging - immer an so einer blöden Leine laufen und konnte nie so richtig da hin, wo ich hin wollte. Aber gut, wenn die Menschen damit glücklicher sind, laufen wir eben an der blöden Leine. Nur im Garten, da durfte ich frei laufen. Hier konnte ich so richtig schön mit Enrico spielen. Den habe ich sowieso schon um den Schwanz gewickelt. Sorry das heißt wohl um den Finger gewickelt. Egal, den kann ich gut ins Ohr beißen, oder ihm die Augen und das Maul auslecken.

 

Der macht gar nichts. Lässt sich alles gefallen. Was ab und zu ein wenig lästig ist, dass ist die Tatsache, dass er mich ganz gerne ein Stück durch den Garten jagt. Er ist ja viel größer als ich und somit auch schneller. Aber Frauchen hat ganz viele Sachen im Garten, wo ich mich gut verstecken kann. Juppi, das macht Spass.

 

Mit Allegro hatte ich bisher so meine Schwierigkeiten. Das Kläffen und Knurren hörte gar nicht auf. Der ist wohl der Meinung, dass er den großen Macker markieren muss. Gestern hatte Frauchen wohl die Faxen dicke - wie man hier sagt - und sie fing an Allegro gegenüber zurück zu knurren und zurück zu kläffen. Komisch, ich habe zwar nichts verstanden von dem was Frauchen so sagte aber ich kann ja auch nicht so gut Deutsch. Auf alle Fälle muss es wohl geholfen haben. Allegro knurrt und kläfft mich nur noch an, wenn ich in die Nähe seines Körbchens oder seines Futters komme.

 

Heute am 28.12.2007 hatte Frauchen eine Überraschung für mich. Nachmittags, gegen 16 Uhr kam eine Bekannte von Frauchen, die Sandra. Sandra brachte ihre Freundin Melanie und den Benny mit. Und, und........... JETZT HALTET EUCH FEST. Sie brachte auch meinen Bruder Satoro mit. Der ist ja auch nach Deutschland vermittelt worden und wohnt jetzt bei Sandra und Melanie. Mei, war das ein Gaudi. 

 

Nun hatte Frauchen richtig Trubel in der Bude, denn Herrchen war ja auch da und Jessica - sie wohnt im gleichen Haus wie wir - kam auch runter. Somit hatten wir 10 Beine und 24 Pfoten in der Küche. Aber wisst Ihr was, sie bleibt trotz der vielen Füße und Pfoten ganz ruhig. Die Zweibeiner haben gemütlich Tee getrunken und wir haben getobt bis zum Umfallen. Abends um 20 Uhr gingen Sandra, Melanie, Benny und Satoro nach Hause. Wir haben uns aber geschworen, dass wir uns jetzt öfter sehen werden. Mein Frauchen hat mir erzählt, dass meine Mama und mein Bruder Santos auch nach Deutschland vermittelt wurden. Mama ist in Frankfurt und heißt jetzt Lilli. Ich habe in dem komischen Kasten, den die Menschen Computer nennen, Bilder von meiner Mama und ihrer neuen Familie gesehen. Sie sehen nett aus. Frauchen hat mir vorgelesen, dass Mama keine Lust hatte im Regen draußen ihr Geschäft zu machen und dieses dann im Haus erledigt hat. Mmmmmhh, wenn ich ehrlich bin, habe ich so was auch schon gemacht. Aber nie in meinem Körbchen, immer schön auf dem Teppich.

Santos ist zu einer Familie nach Stuttgart gekommen. Ich glaube, die beiden haben auch das große Los gezogen und sind in ganz liebe Familien gekommen. Meine Schwester Sally ist auf Teneriffa geblieben, aber auch sie ist in eine liebe Familie vermittelt worden.

 

Frauchen hat mir versprochen weiterhin im Computer nachzusehen, wie es meinen Geschwistern und meiner Mama geht.

 

So, nun gehe ich mit meiner Familie Vorbereitungen für Sylvester treffen und meine Familie und ich wünschen Dir liebe Nadja sowie Deiner Familie und natürlich auch Elke und meinen Kumpels auf Teneriffa

 

            E i n e n  g u t e n  R u t s c h  i n s  N e u e  J a h r 

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