Sola

29. März 2011:

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Hallo!

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Nach 3 Wochen in meiner neuen Familie wollte ich mich mal melden, und berichten wie ich die aufregende Anfangszeit gemeistert habe.

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Am ersten Tag war es ganz schön aufregend. Ich hatte einen schönen weichen Schlafplatz im Wohnzimmer, wo ich liegen konnte. Aber erstmal haben mich die zwei Mädchen von meiner neuen Familie mit in den Wald genommen. Das war toll, es gab soo viel zu schnüffeln und die Mädchen haben immer mit mir geredet und mich gelobt, wenn ich zu ihnen kam und sie beschnuppert hab.

Ich hab gleich gemerkt dass die alle ganz lieb zu mir sind, und ich mich nicht vor ihnen fürchten muss. Aber am ersten Tag, da bin ich immer noch in meine Ecke unterm Tisch, wenn im Haus oder draußen ein komisches Geräusch war. Später hab ich dann aber gemerkt, dass das gar nicht schlimm ist und nichts passiert – da bin ich dann immer ganz schnell wieder rausgekommen und hab mich wieder auf meinen Platz gesetzt. Doof bin ich ja auch nicht ;)

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In den nächsten Tagen hab ich ganz viel gelernt – zum Beispiel, dass es in meinem neuen Haus auch noch zwei andere Etagen gibt. Da sind ganz viele weiche Betten extra für mich. Aber da darf ich leider nur drauf, wenn jemand bei mir ist, und dann auch nur ans Fußende auf eine Decke. Aber da ist es auch gemütlich, und ich liege da immer wenn ich morgens vom Spaziergang komme. Dann flattern nämlich unten im Wohnzimmer immer so zwei Vögel rum, und piepsen ganz viel. Die sind sonst immer in einem großen Dingsbums aus Gittern und so. Aber ich hab gar keine Angst mehr vor ihnen (am Anfang waren die mir ganz schön unheimlich), und sie vor mir auch nicht.

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Im Wald bin ich sehr gerne. Da riecht es immer so gut, nach anderen Hunden und ganz viele anderen Tieren. Ich komme auch schon ganz lieb angelaufen, wenn ich gerufen werde. Und mit anderen Hunden schnupper ich immer ganz viel solange sie nicht zu wild sind. Sonst versteck ich mich immer hinter meinem kleinen Frauchen, das geht nämlich meistens mit mir in den Wald und bringt mir ganz viel bei.

Zum Beispiel kann ich an übersichtlichen Wegen, die ich kenne und auf denen wir alleine sind schon ohne Leine laufen. Das mache ich ganz toll, sagt die Anna (so heißt mein kleines Frauchen glaub ich). Aber wieso sollte ich denn weglaufen, ich will doch nicht von meinem Rudel weg O.O

Wenn ich ohne Leine laufe, dann bleib ich auch immer schön in der Nähe und höre seehr gut. Auch die Kommandos „warte“ und „langsam“ kenn ich schon, dann weiß ich dass ich stehen bleiben soll oder langsamer laufen soll, sonst kommen meine Menschen ja nicht hinterher J

Also lauf ich immer mit ganz stolz erhobener Rute durch meinen Wald und gucke, ob da alles in Ordnung ist.

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Aber ab und zu kommt auch noch mal die kleine, ängstliche Maus durch in mir. Zum Beispiel wenn uns eine große Gruppe von Menschen begegnet im Wald. Wenn ich die höre oder vom Weitem sehe, dann werd ich immer ganz aufgeregt und unsicher. Manchmal gehen wir dann einen anderen Weg, aber nur wenn es wirklich gaanz viele Leute sind mit kleinen, lauten Kindern. Da gerate ich nämlich in Panik und will ganz schnell wegrennen.

Aber bei kleineren Gruppen hab ich schon was gelernt. Meine Menschen gehen dann nämlich mit mir an den Rand vom Weg und die anderen Leute gehen vorbei. Das klappt gut, dann kann ich mir die nämlich besser angucken und hab nicht so viel Angst. Ab und zu trau ich mich auch, ihnen ein Bisschen hinterher zu schnüffeln.

Ich werde aber immer mutiger, und so richtig erschrocken oder in Panik geraten bin ich schon lange nicht mehr. Ganz viele Leute im Wald kenn ich jetzt ja auch schon und wenn meine Menschen dann noch mit denen reden geh ich auch zu ihnen schnuppern. Die können dann ja nicht soo gefährlich sein wie sie aussehen.

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Und wisst ihr was? Anna und ich haben schon ein kleines Wochenend-Ritual. Ich darf sie dann nämlich wecken gehen. Dann darf ich aufs Bett und dann kuscheln wir gaaanz ausgiebig, das ist schön. Ich roll mich dann immer auf die Seite oder den Rücken und lass mich kraulen. Und manchmal spielen wir dann auch noch, dann darf ich mit Annas Hand „kämpfen“ und sie mit meinen Pfoten festhalten, das macht super viel Spaß.

Jetzt im Moment lieg ich aber da und schlafe, ich muss schließlich Kraft sammeln für unseren Spaziergang nachher. Dann darf ich wieder über meine Lieblingswiese flitzen. Vielleicht ist meine Freundin da, die Hexe. Die wohnt bei uns in der Straße und ist mal genauso ängstlich gewesen wie ich. Mittlerweile ist sie aber ganz schön mutig, und bringt mir jede Menge bei. Zum Beispiel, wie man sich die schönsten Stellen aussucht um sich zu wälzen. Wir entdecken nämlich immer ganz viele interessante Gerüche, da muss man sich einfach reinlegen…J

Wir sind sogar schon einmal ein Stück über die Wiese gerannt zusammen, da waren meine Menschen ganz stolz auf mich, weil ich ohne Leine wieder ganz brav zurückgekommen bin. Aber ich freu mich ja auch über jedes Lob, was ich dann schwanzwedelnd entgegennehme und übers ganze Gesicht „grinse“ :D

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Also, das wars von mir. Huh, ein ganz schön langer Text. Zum Glück kann Anna so schnell schreiben, und ich brauch hier bloß zu liegen und ihr zu sagen was sie schreiben soll :D

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Ganz, ganz liebe Grüße, auch an meine vierbeinigen Kumpel. Ich komm euch bestimmt mal besuchen!

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Eure Sola

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Ps: Guckt mal, ich kann auch ganz schön frech sein. Eigentlich darf ich gar nicht auf die Couch, aber probieren geht über studieren…Leider musste ich wieder runter, aber seit dem war ich nie wieder drauf. Naja, anderswo ist es ja auch gemütlich J

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Ich gucke so komisch, weil da eine Kamera war. Die war mir ein bisschen unheimlich, aber trotzdem wollte ich da nicht gleich runter. Ist doch meine Couch *tiefer in Kissen kuschel* :D

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15. März 2011:

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Hier schreibt Anna, die 14-jährige Tochter der vierköpfigen Familie K. aus dem Saarland:

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Seit dem 2.2.11 waren wir hundelos, nachdem unser Kimba nach 18 wunderschönen Jahren bei uns für immer einschlafen durfte.
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Lange haben wir es nicht ohne Hund ausgehalten, also hab ich mich im Internet mal nach armen Seelen umgeschaut, und auch das Tierheim hier in der Nähe haben wir besucht.
Ja, eines Tages las ich dann Solas Anzeige bei "Tiere in Not Odenwald e.V." - und habe mich direkt in die schüchterne, schwarze Mischlingsdame verliebt. Also schnell eine Mail an ihre Pflegestelle geschickt und erst danach meinen Eltern Bescheid gesagt :D
So kam es dann dazu, dass wir die Maus am 5.3. auf ihrer Pflegestelle in Klein-Zimmern besuchen waren. Es waren immerhin fast 200 km zu fahren, und wir wussten ja nicht genau was uns erwarten würde. Aber wir haben schnell gemerkt: dieser Hund passt zu uns! Sola war anfangs natürlich sehr schüchtern, aber sie ist schnell aufgetaut und war dann bei einem kleinen Spaziergang schon viel entspannter als vorher. Also haben wir es darauf ankommen lassen und sie mitgenommen.
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Seit diesem Tag ist sie nun hier, und hat uns alle verzaubert :) Sie hat sich besonders an mich gebunden, sobald sie vor irgendetwas Angst hat kommt sie zu mir und wartet darauf, dass ich ihr zeige dass alles in Ordnung ist :D Sie versteckt sich hier im Haus überhaupt nicht mehr in irgendwelchen Ecken, sondern erforscht alles, tapst neugierig umher und wedelt freudig mit dem Schwanz, wenn man mit ihr redet oder sie streichelt. Auch kleine Spielchen macht sie schon sehr gerne mit, wie zum Beispiel Leckerlies unter Papierhütchen erschnüffeln :)
Spazieren gehen im Wald mag sie auch sehr, sie hört schon gut auf ihren Namen und hat an der Schleppleine auch genug Gelegenheit zum Rennen und Hüpfen, solange sie noch nicht frei laufen darf. Aber wir trainieren fleißig den Rückruf, und ich denke spätestens nächste Woche, wenn der gut sitzt, darf sie ohne Leine rennen :) Vor fremden Menschen hat sie immernoch sehr großen Respekt, aber mittlerweile springt sie nicht mehr gleich in die Büsche wenn ihr ein Jogger begegnet, sondern schnüffelt ihm hinterher wenn er vorbeigelaufen ist. Eine sehr schlaue Maus also :o) Mit anderen Hunden hat Sola keine Probleme, solange sie nicht stürmisch auf sie zurennen. In den meisten Fällen schnüffelt sie aber neugierig und freut sich dann auch sehr, wenn sie den Hund beim nächsten Spaziergang wiedertrifft :)
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Also - ich hab in Sola meinen zweiten Seelenhund gefunden. Sie ist eine tolle Nachfolgerin für meinen Kimba, der mich ja mein ganzes bisheriges Leben begleitete. Manchmal vermisse ich ihn schon sehr, aber wenn ich die Maus dann anschaue merke ich dass es gut so ist, wie es ist. Sola braucht uns, damit wir ihr wieder ein bisschen Vertrauen in die Welt vermitteln können, und ich denke dass bekommen wir auch gut hin :)
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Dankeschön für diesen wundervollen Hund!
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Ganz liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg!
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