November 2005:

„Kleine Schwester Gesucht“ ...
das hätte ich am liebsten als Inserat aufgegeben ..

Ich bin`s, eure Susan. Vielleicht habt ihr meine Geschichte unter „Zuhause Gefunden“ schon gelesen. Ja, dann wisst ihr auch, dass ich Sam, meinen besten Freund, verloren hatte. Wir verbrachten eine viel zu kurze aber sehr glückliche Zeit zusammen. 

Seitdem er im Hundehimmel war, wurde ich noch mehr verwöhnt. Elmar und Nicole brachten mich möglichst oft mit anderen Hunden zusammen, ich hatte lustige Spielkameraden und jede Menge Spass. Nur abends in meinem Körbchen, da dachte ich, wie schön es doch wäre, wieder so einen kleinen Freund bei mir zu haben, oder eine Freundin...?

Eines Abends war ich unbeobachtet und setzte mich einfach mal an diesen kleinen flimmernden Kasten, wo Frauchen immer solche Hundebilder anguckte. Da stand was von meiner Heimat, von Teneriffa und von den ganzen armen Hunden, die eine Zuhause suchten. Ein kleines Hundekind fiel mir sofort auf, sie sah fast aus wie ich, nur schwarz und so sehr supersüss!! Um sie mir noch besser angucken zu können, hab ich schnell mal mit meiner Minipfote auf einen Knopf gedrückt, und es war unglaublich, da kamen ganz viele bunte Bildchen wie von Zauberhand aus einem komischen Karton geflattert...

 

Oooohhh, die war aber ganz ganz putzig!! Pepita hiess der kleine Zwerg und suchte ein kuscheliges Zuhause...sie war als Baby einfach über einen Zaun auf ein Grundstück geworfen worden, mutterseelenallein und erst ein paar Tage alt. 

Erst dachte ich, dass ich mein eigenes Echo höre, als ich auf einmal noch weitere verzückte Ohs und Ahs vernahm – Herrchen und Frauchen schauten mir über die Schulter... Dann haben wir uns alle nur noch angelächelt und schnell zum Hörer gegriffen. Es gab wohl viele Menschen, die sich in die kleine schwarze Perle verguckt hatten, aber bei uns ist es doch am schönsten. Wir haben alles zu bieten, was das Hundeherz begehrt... und keiner von denen hatte so etwas wie mich, eine süsse Susan.

Pepita war schon stolze Besitzerin eines Flugtickets und hockte mit geschnürtem Bündel bereit für eine Reise über den weiten Ozean. Herrchen und Frauchen  hatten aber noch ein paar Tage Urlaub gebucht und allein durfte ich sie nicht am Flughafen abholen...hm... Eine super Lösung war schnell gefunden. Ich rief einfach meinen Teneriffa-Kumpel Chicco in Köln an und sein Frauchen Andrea bot Pepita kurzfristig ein Pflegeplätzchen an. Ja, in unserer Teneriffa-Truppe, da greift man sich immer unter die Arme und so war dann alles schnell geritzt. Jetzt konnte ich es kaum erwarten, bis meine neue Schwester ihre Pfötchen auf deutschen Boden setzte.

Am Flughafen erkundigte sich dann eine verliebte Flugpatin sehr ausführlich, ob denn dieses Schätzchen wirklich ein gutes Zuhause bekommen würde, ich hoffe sie liest diese Zeilen und kann sich davon überzeugen, dass wir alle ganz verrückt nach unserer „Peppi-Putzig“ sind.

Schnell ging es dann zu Chicco, der mit Andrea schon ganz gespannt zu Hause wartete. Ja da bekam er aber ein spanisches Chilischötchen vor die Nase und sein Entzücken war riesengross. Schnell wurden die Spielsachen, das Körbchen und der Napf mit Klein-Pepita geteilt. Tagsüber vertrieb sich Klein-Peppi die Zeit mit Schaufensterumdekorieren und Pulloverplünderei in Andreas Boutique. Na ja, sie hat es eben nicht richtig gelernt, aber Chicco fand so manche Kreation ganz gelungen, Andrea leider weniger...
 

Und die Tage vergingen wie im Galopp mit dem schwarzen Wirbelwind, der schon auf Kölns Hundewiesen blitzschnell einen eigenen Fanclub rekrutierte. Die Pflegemama beging den Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge und natürlich mit der Ankündigung bei nächstbester Gelegenheit das ehemalige Pflegekind zu besuchen...bitte sehr gern aber nur inklusive Chicco!

Wir hatten in diesen Tagen nur noch unsere Kleine im Kopf, der Urlaub zog sich hin und unsere Freude war unbeschreiblich, als sie dann endlich in Bonn Einzug halten konnte. Von Anfang an waren wir uns sehr sympathisch und fingen direkt an zu Toben und Faxen zu machen. Aber guckt doch mal alle selbst, sind wir nicht ein prima Pärchen...Blacki and Blondi ...

 

Uns gibt es jetzt nur noch im Doppelpack! Und am schönsten ist es, wenn wir allein zu Hause sind, dann verkriechen wir uns immer in die Betten von unseren Hundeeltern...haha...sie hatten die ersten Male sogar ein Babyfon zum Besuch in der Nachbarschaft mitgenommen und wunderten sich sehr, dass es Zuhause so verdächtig still war...

Wenn wir mit Frauchen nachmittags auf die Rheinwiesen gehen, da halten wir sie ganz schön auf Trab. Pepita rast wie ein Derwisch durch das Gras, duckt sich ganz schnell und greift mich von hinten wie ein Löwe die Gazelle an. Dann rangeln und zwicken wir uns was das Zeug hält und müde werden wir erst nach mindestens 2 Stunden. 

Dort treffen wir immer viele viele andere Hunde und haben Riesenspass beim Mäusesuchen...

Pepita ist so lustig, sie benutzt andere Hunde beim Bockspringen als Sportgerät und lacht sich krumm dabei. Die Hunde finden es nicht immer so lustig wie sie, aber keiner kann so einem schwarzen Krümelchen böse sein. Nur Einer ist da ziemlich knurrig geworden, der Hund von Pepitas Vermittlerin, der alte Dino. 

Er geht nämlich auch ganz gern mit seinen beiden Damen Cindy und Teneriffa-Candy  auf die Rhein-Tour. Aber nicht wegen uns, sondern nur wegen der blöden Mäuselöcher. Die Leute gucken immer so erstaunt, wenn da ein rasendes Rudel von 5 Zwergen angeschmettert kommt, und das „Teneriffageschwader“ kennt kein Erbarmen’!!!

So ist denn mein Glück wieder vollkommen geworden mit ein paar Gramm schwarzer Engie-Lava von einer Insel in einem grossen Ozean...und wenn mein Sammy uns von oben so beobachtet, ist er bestimmt auch ganz froh, dass wir alle sooooo glücklich sind!

Bis bald, eure Susan.
 
 

Susan – ein One-Way-Ticket in`s Glück



Ich bin die kleine Susan und wurde nach meiner Finderin Susanna auf Teneriffa benannt. Gott sei Dank hat sie mich schnell zu Elke gebracht und ich musste nicht mehr hungern und frieren. 

Eines Tages erzählte man mir, dass ich bald nach Deutschland in ein Pflegekörbchen fliegen könnte, zu Nicole, wo auch schon Nelly ein paar Wochen gewohnt hatte. Dort wurde ich wohl schon sehnsüchtig erwartet (kein Wunder – ich bin ja auch wirklich ein süsser Fratz!) So landete ich dann in einer sehr kalten Februarnacht nachts um 2.00 h am Köln/ Bonner Flughafen. Als Begrüßungskomitee standen da Bettina, Nicole, Sabrina und Sam. Ich habe so gefroren, aber Nicole hat mich sofort unter ihre Jacke gesteckt, und da bei ihr am Herz – da war es so schön warm!

Es ging alles ganz schnell und ich konnte endlich in mein neues zu Pflege-Hause fahren, auf dem Weg dorthin durfte ich bei Nicole auf dem Schoß sitzen und ich wurde die ganze Zeit abgeknutscht. Das hat mir zwar in die Ohren geschmatzt, aber ich fand es toll. In meiner Pflegestelle angekommen zeigte mir Sam gleich, wo der Garten ist und ich war auch froh, da ich so dringend.......ihr wisst schon.

Mein Pflegeherrchen lag auf der Couch und schlief...
Ich war sehr vorsichtig und alles Neue machte mir Angst, aber als Sam sich dann in sein Körbchen legte ( es war ja mittlerweile 4 Uhr) legte ich mich dazu und bin sofort tief und fest eingeschlafen.

Meine Pflegemama zeigte mir alles und Sam half mir auch nicht mehr soviel Angst zu haben. Er ist wie ein Vater zu mir und passt auch auf, das mir nichts passiert. Er zeigte mir aber auch Sachen die man glaube ich nicht machen sollte, aber Knochen verbuddeln macht sooooo viel Spaß. Deshalb werde ich auch oft „Trulla“ genannt. Ich lernte viele neue Dinge kennen, an der Leine Pipi zu machen und da meine Pflegemama auch ein Pferd hat, lernte ich auch das kennen. Am Anfang hatte ich Angst, aber mittlerweile, freue ich mich jeden Mittag auf unseren Ausflug. Ich lernte auch Enzo kennen, einen Collie und das ist mein dufter Kumpel geworden, den kann man so schön an seinen langen Haaren ziehen, und zum Rumtoben muss man ihn nicht lange bitten. 

Martina hatte recht schnell eine nette Familie für mich gefunden...aber sie wollten mich alle nicht mehr gehen lassen... weil ich so ein lieber Hund bin, von Anfang an stubenrein, leinenführig und am liebsten den ganzen Tag schmusen möchte ( am liebsten mit Herrchen). 

Aus meiner Pflegestelle ist mein neues zu Hause geworden




Leider ist am 15.04.05  mein lieber Sam an einer schlimmen Krankheit gestorben und es war am Anfang sehr schwer ohne ihn. Aber jetzt weiss ich, dass ich auch ohne ihn viel neues lernen kann... nur vergessen werde ich ihn nie...meinen besten Freund...der nun bestimmt von oben auf mich Acht gibt.

Bis bald, eure Susan

 

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